Regionalliga: VFC Plauen vs. RB Leipzig 1:5

Es gibt unterschiedliche Ansichten zur Frage, was man als Geburtsstunde des Leipziger RasenBallsports sehen sollte. Ich nehme weiterhin die Gründungsversammlung am 25.03.2009 als Startschuss und bin deswegen der Auffassung, dass RB Leipzig genaugenommen gestern Geburtstag feierte (Herzlichen Glückwunsch nachträglich). Und zwar den dritten. Mit drei entwickelt sich aus dem Baby langsam eine Persönlichkeit mit Sprachvermögen. Zwar gefällt das, was ein Dreijähriger so erzählt, nicht immer, aber so ist das eben mit dem lernenden Nachwuchs. Im besten Fall lernt er tatsächlich..

Passend zum geburtstäglichen Anlass organisierte sich RB Leipzig einen mehr als überzeugenden Auftritt beim VFC Plauen und somit einen feierlichen Rahmen zum (offiziell gar nicht begangenen) Anlass. In 11 Heimspielen hatte der VFC zuvor lediglich acht Gegentreffer kassiert. In bisher drei Auseinandersetzungen zwischen RB Leipzig und Plauen kam man zuvor auf insgesamt 4:1 Tore. Dass sich RB in Plauen ein 5:1 erspielt, hätte man vorher nicht wirklich ahnen können. Dass die RasenBallsportler genaugenommen noch ein paar Tore hätten oben drauf legen können (müssen), erst recht nicht.

Es ist schon erstaunlich, wie schnell von Spieltag zu Spieltag das Momentum in der Regionalliga wechselt. Das war schon in der Zeit zwischen Havelse-Unentschieden und Magdeburg-Sieg zu beobachten und wiederholte sich nun nach der RB-Niederlage in Hamburg. Nach welcher der Hallesche FC in der Favoritenposition zu stecken schien, weil dessen Stärke und das vermeintlich leichteste Restprogramm ihn zu höherem zu befähigen schienen. Was im Umfeld von RB Leipzig zu sehr viel Skepsis führte (ein Stückweit ja auch hier im Blog).

Der Freitag und die Niederlage des HFC ausgerechnet in Wilhelmshaven brachte einen kompletten Stimmungsumschwung, weil man nun ahnte, dass Halle eben kein neuer Chemnitzer FC ist. Die Niederlage von Holstein Kiel bei Hertha BSC II war dann das I-Tüpfelchen auf die nun positive Stimmung, die dem Ausflug der RasenBallsportler nach Plauen den ganz großen Druck nahm und es zu einer freudvollen Angelegenheit machte (wir können und wollen statt wir müssen). Das tat offensichtlich allen Beteiligten mehr als gut. Genauso wie die pieksenden Sprüche aus Plauen im Vorfeld der Partie (‚Wollen doch mal sehen, ob RB die Nerven hat, hier zu bestehen.‘) durchaus ein, zwei motivierende Prozent gebracht haben dürften.

Wobei man natürlich trotz der überzeugenden Vorstellung von RB Leipzig ein bisschen die Kirche im Dorf lassen muss, denn vier der fünf Tore dürfen – (konsequentes) Abwehrverhalten vorausgesetzt – nie und nimmer fallen. Und das fünfte Tor ist ein abgefälschter Schuss. Sprich, RB Leipzig wurde es trotz eigener guter Leistung von den Plauenern auch mehr als einfach gemacht. Was im kompletten Widerspruch zu den Ankündigungen im Vorfeld der Partie stand.

Breite Brust trifft Plauener Abwehrwahn - © GEPA pictures/ Roger Petzsche

Personell war die Partie eine Rolle rückwärts im Vergleich zur Partie in Hamburg. Schulz und Kammlott wieder raus. Geißler (von der Tribüne) und Wallner wieder rein. Dazu Wisio und Hoheneder (Startelf-Premiere) für die ausfallenden Kocin und Franke. Gerade die Abwehrkette hatte dadurch ein völlig neues Gesicht. Doch schwache Plauener konnten diese nur in einigen wenigen Situationen nach der Pause ernsthaft fordern. Für Geißler kam dann zur Pause noch Timo Rost zur Absicherung des Ergebnisses in die Partie. Womit er sich aktuell zumindest an Schulz und Lagerblom vorbeigespielt hat. Hätte man nach der Vorbereitung in der Winterpause auch nicht mehr unbedingt gedacht.

Fazit: Der in Höhe und Leichtigkeit überraschende Sieg tut gut. Fürs Selbstvertrauen und für die Tabelle. Hat aber nur bleibenden Wert, wenn man am Sonntag gegen Energie Cottbus II nachlegt. Gestern war die Fußball-Psychologie und so ziemlich alles andere auf Seiten der RasenBallsportler. Ob dies in sechs Tagen auch noch so ist, kann wohl angesichts des in dieser Regionalligasaison permanent wechselnden Momentums niemand ernsthaft voraussagen. Zu hoffen bleibt aber, dass sich RB Leipzig die prima Ausgangssituation an der Tabellenspitze jetzt mal ein paar Spieltage am Stück erhält.

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Tore: 0:1 Frahn (8.), 0:2 Frahn (24.), 1:2 Rupf (30.), 1:3 Rockenbach (35.), 1:4 Ernst (38.), 1:5 Heidinger(68.)

Aufstellung: Borel – Müller, Sebastian, Hoheneder, Wisio – Heidinger (87. Kammlott), Ernst, Geißler (46. Rost), Rockenbach – Wallner, Frahn (87. Kutschke)

Zuschauer: 2.276 (davon 500 Leipziger)

Links: RBL-Bericht [broken Link], RBL-Liveticker [broken Link], RB-Fans-Bericht [broken Link], MDR-Bericht [broken Link], VFC-Bericht [broken Link]

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Bild: © GEPA pictures/ Roger Petzsche

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