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Letzten Freitag (17.02.2012) war es, als die Kleine Zeitung in Österreich einen Bericht [br0ken Link] erscheinen ließ, der den Titel “Salzburg wird zur Leipzig-Filiale” trug und sich der in der Woche zuvor getätigten Aussage von Dietrich Mateschitz widmete, dass im Fußball-Hause Red Bull zukünftig RB Leipzig und nicht Red Bull Salzburg den Ton angeben werde. Freilich nicht, ohne zu erwähnen, dass diese Aussage nur das bestätigt, was Mateschitz dem selben Blatt bereits mehr als ein Jahr zuvor erzählt habe.

Die LVZ brauchte in ihrer Online-Abteilung vier Tage bis sie daraus eine News strickte. Titel: “RB-Chef Dietrich Mateschitz will Salzburg zur Leipziger Kaderschmiede umbauen.” Die “Stimmung bei Red Bull Salzburg” sei “angespannt”, weiß die LVZ. Das schlechte Abschneiden in Österreich und Europa aber lasse Dietrich Mateschitz kalt, weil er wisse, dass man mit einem österreichischen Team nicht zu europäischer Klasse aufschließen könne: “Deshalb verfolgt Mateschitz nun ‘ein anderes, innovativeres Konzept’. Demnach wird der Verein aus der Mozartstadt zur Ausbildungsfiliale umstrukturiert.”

Das Konzept, das Mateschitz “nun” verfolgt, ist allerdings praktisch so alt, wie es RB Leipzig selbst ist. Denn bereits am 26.02.2010, also vor ziemlich genau zwei Jahren, ließ Mateschitz via Salzburger Nachrichten folgendes verlauten:

Unser Konzept mit Salzburg, Leipzig, New York, Ghana und Brasilien beginnt aufzugehen. In fünf bis sieben Jahren müsste unsere stärkste Mannschaft in einer anderen Liga spielen, weil die österreichische nicht stark genug für ein Team ist, das in der Champions League bestehen will.

Am 10.05.2010 schob Mateschitz dann via Austria Presse Agentur (veröffentlicht bspw. im Standard) nach, wie er sich denn die Synergien mit dem stärksten, nichtösterreichischen Team (ergo RB Leipzig) vorstelle:

Wie ja ohnehin bekannt ist, ist unsere Strategie, in fünf bis sieben Jahren mit dem stärksten Team, mit Leipzig, in der Deutschen Bundesliga und in Österreich mit einem quasi U-21 Team mit einem möglichst hohen Anteil an Spielern aus unseren Akademien zu spielen, was aber nicht heißen soll, dass diese Mannschaft nicht im Stande sein soll, auch um den Meistertitel mitzuspielen und auch durchaus an internationalen Spielen in der Europa League teilzunehmen.

Man hätte sich angesichts dieses Zitats bei der LVZ sparen können, den “österreichischen Sportjournalisten und Fußballexperten Gerald Pototschnig aus Klagenfurt”, sprich den Autor des Textes in der Kleinen Zeitung zum “Wandel von Mateschitz” zu befragen. Und man hätte schon im Mai 2010 die Antwort auf die dem Experten gestellte Frage nach den zukünftigen Qualitäten in Salzburg gefunden. Um die Meisterschaft mitspielen mit europäischen Ambitionen sind so ziemlich dieselben Ziele wie sie derzeit aktuell sind. Ziele die offenbar nicht bedeuten, dass man in Salzburg als Nummer zwei im Hause Red Bull nicht mehr nach den hoch hängenden Trauben greifen will. Es bedeutet eben nur mit einer anderen Stoßrichtung in Bezug auf die zu verpflichtenden Spieler vorzugehen.

Das, worüber die LVZ berichtet, dass via Salzburg die stärksten Spieler aus dem Nachwuchsbereich insbesondere der Akademien (Ghana, Brasilien, aber auch USA) für RB Leipzig ausgebildet werden sollen, ist natürlich grundsätzlich spannend, weil es mit alten Transfergewohnheiten bricht und wenn es funktioniert sogar erfolgsversprechend ist (auch wenn man unter aktuellen Salzburger Verhältnissen nicht glauben kann, dass man sich mal von der Südamerikaner-Einkaufsstrategie verabschiedet), nur ein neu entwickeltes Konzept ist das eben, im Gegensatz zu dem, was man suggeriert, nicht.

PS: Guido Schäfer greift das Thema für die heutige Print-LVZ auch auf, wählt allerdings den vorsichtigen (weil wissenden?) Titel “Red-Bull-Boss Mateschitz erneuert Bekenntnis zu Leipzig”. Fast schon einer Distanzierung von den Online-Kollegen kommt die (richtige) Aussage Schäfers gleich, dass Mateschitz’ Aussagen nicht in irgendeinem Zusammenhang mit dem schlechten Europa-Abschneiden von Red Bull Salzburg stehen würden.

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