Leipziger Fußball 2012

Es hat ja schon ein wenig Tradition, dass hier an dieser Stelle kurz vor (Wieder-)Aufnahme der Saison ein kleiner Blick auf die ranghöchsten Leipziger Vereine und ihre aktuelle sportliche und manchmal auch nichtsportliche Situation geworfen wird. Deshalb geht es heute (die Namen ändern sich ja im Leipziger Fußball gelegentlich) um RB Leipzig, Lok Leipzig, SG Leipzig-Leutzsch und Chemie Leipzig. Kurz bevor zumindest RB Leipzig am Sonntag ab 13.30 Uhr in den Spielbetrieb eingreift. Die anderen drei Vereine müssen noch eine Woche auf den Rückrundenbeginn warten Angesichts der zu dieser Zeit des Jahres durchweichten Böden könnte es aber auch noch etwas länger dauern..

RB Leipzig: 16 Endspiele

16 Endspiele habe man vor der Brust, so heißt es aus dem RB-Lager immer wieder unisono. Und letztlich hat man damit wohl recht. Viele Punktverluste wird man sich jedenfalls in der Rückrunde nicht leisten können, denn die Konkurrenz aus Halle und Kiel wartet nur auf jeden Ausrutscher und darf die RasenBallsportler noch jeweils zum Heimspiel begrüßen (am 30. und 34. Spieltag). Überhaupt sind es wohl in der Rückrunde die Auswärtsspiele, die einen hohen Reiz haben. In Kiel und Halle sowieso, aber auch in Magdeburg, beim HSV II oder bei den konterstarken Havelsern dürfte die bisherige Auswärtsstärke von RB Leipzig auf eine harte Probe gestellt werden. Letztlich wird sich wohl in den Auswärtsspielen auch das sportliche Wohl und Wehe von RB entscheiden.

Ansonsten bleibt in meiner Einschätzung zur Lage bei RB Leipzig alles beim Altem in einer Liga, die aufgrund der speziellen Nichtabstiegssituation ein heftiges Hauen und Stechen zwischen den Top 3 produzieren wird. Der Kader ist nach menschlichem Ermessen mehr als gut besetzt, auch wenn die drei neuen Spiele Wallner, Wisio und Hoheneder leider erst gegen Ende der Transferperiode verpflichtet wurden, sodass sie die Vorbereitung mehr oder weniger verpassen mussten. Trotzdem sieht man gerade bei Wallner, wie wichtig er für das Spielsystem von RB Leipzig sein kann. Gerade in einem System mit zwei Stürmern ist es essenziell für den Spielfluss, dass sich mindestens einer der Stürmer immer wieder zurückfallen lassen und den Ball sichern, verteilen oder im Eins gegen Eins auch mal Raum generieren kann. Roman Wallner, das hat man in den Testspielen schon gesehen, kann das. Weswegen man sich schon mal sehr auf ihn freuen darf.

Die Testspiele insgesamt zu beurteilen, ist hingegen schwer. Man blieb bei sieben Siegen in neun Spielen ungeschlagen. Allerdings gegen teils überforderte Gegner. Die erste Halbzeit gegen Trier und die zweite gegen Jena haben viel Mut gemacht, genauso wie generell die Leistungen des rechten Duos Müller/ Röttger und die Präsenz des nach Verletzung zum neuen Abwehrchef ernannten Marcus Hoffmann. Anderes, wie bspw. die ersten 30 Minuten gegen Jena stimmten eher bedenklich. Klar, man kann Tests und Pflichtspiele nicht miteinander vergleichen, aber Anhaltspunkte finde man schon. Und dass das Spiel von RB Leipzig bei Nichtpräsenz des zentralen Mittelfelds (also der beiden Sechser) einfach wegklappt, ist weiterhin ein Problem, das seine Ursache auch darin haben könnte, dass dort eine endgültige Formation immer noch nicht gefunden wurde.

Zuschauertechnisch ist die Hinrunde fast nicht mehr zu überbieten. In bisher 10 Heimspielen kamen im Schnitt reichlich 8.600 Zuschauer. Was aber auch daran liegt, dass man die vom Namen des Gegners her zuschauerträchtigen Spiele schon absolviert und gegen Hannover 96 II eine formidable Freikartenaktion hinter sich gebracht hat. Sprich, der Zuschauerschnitt dürfte in den ersten Heimspielen der Rückrunde (Wilhelmshaven, Lübeck, Hertha II, Cottbus II) erst mal leicht sinken, bevor dann gegen Ende der Rückrunde bei sportlich weiterhin aussichtsreicher Situation auch gegen vermeintlich namenlose Gegner hohe Besucherzahlen zu erwarten sind. Ein möglicherweise vorentscheidendes Heimspiel gegen Wolfsburg II am vorletzten Spieltag jedenfalls könnte den Regionalliga-Rekord von Preußen Münster aus dem Vorjahr (18.500 Besucher) wackeln lassen. Im sonntäglichen Spiel gegen Wilhelmshaven aber würde ich realistisch 4.000 Anhänger erwarten. Mit Möglichkeiten nach oben (Sonne) oder nach unten (Regen/ Kälte).

Überhaupt, der Auftaktgegner Wilhelmshaven gehört definitiv in die Kategorie Pflichtsieg. Was gar nicht despektierlich gemeint ist. Aber der 14. der Tabelle, der in der Winterpause einige Ab- und Zugänge, also auch eine Art Umbruch zu verzeichnen hatte, darf nicht zu den Gegnern gehören, gegen die man Punkte verliert, wenn man aufsteigen will. Skurrilität am Rande, dass Wilhelmshaven, trotz Liga in der es keine Absteiger gibt, abstiegsbedroht ist. Was an einem Streit mit der FIFA um nicht gezahlte Ausbildungsentschädigungen für Jugendspieler liegt, in dem der Weltverband als Strafandrohung den Zwangsabstieg in den Raum gestellt hat. Die Wilhelmshavener wollen im Fall der Fälle ordentliche Gerichte bemühen. Durchaus eine spannende Geschichte.

Fazit: 16 Endspiele ist der Titel für die Rückrunde, der hoffentlich nicht nur eine Floskel wie das allseits beliebte „Wir werden nicht den Fehler machen, unseren Gegner zu unterschätzen“ im Pokal ist. Lebt die Mannschaft den Titel tatsächlich, dann kann die Rückrunde großartig werden. Ist es nur ein von außen aufgepappter Slogan, dann wird es schwierig. Vieles wird auch davon abhängen, wie sich die Mannschaft im Offensivspiel mit Neuzugang Roman Wallner findet. Aber in diesem Punkt bin ich sehr optimistisch.

Lok Leipzig: Schon wieder Aufbruchstimmung

Seit dem Abgang von Rainer Lisiewicz als Lok-Trainer im Frühjahr 2009 grüßt bei Lok im Sommer und im Winter (gefühlt) das Murmeltier. Immer wieder geht es darum, dass man nun gut aufgestellt sei, angreifen werde und sowieso alles besser sei. Wochen später hat man sich dann bereits in die erste Krise gespielt, die man bis zur nächsten Winter- oder Sommerpause nicht abgeschüttelt kriegt. Und so pendelt die Stimmungslage scheinbar immer irgendwo zwischen Euphorie/ Angriff (selten) und Depression/ gegenseitigen Vorwürfen (häufig).

In der Hinrunde war dies bei Lok nicht anders, was dem Trainer Mike Sadlo und dem Sportdirektor Marcel Roszgoniy den Job kostete und Vizepräsident Dirk Majetschak (der immer wieder wegen seiner zwei bei RB Leipzig spielenden Söhne angefeindet wurde) zurücktreten ließ. Angesichts der Tatsache, dass Präsident Notzon seine Anteile an der Firma Goldgas komplett verkaufte und somit der Hauptsponsor von Lok im nächsten Sommer (2013) unabhängig von Notzon über weitere Aktivitäten entscheiden wird, könnte man vermuten, dass bei Lok derzeit tiefe Tristesse herrscht.

Doch klar, das ist natürlich kurz vor Beginn der Rückrunde weit gefehlt. Denn zu diesem Zeitpunkt der Saison stehen die Zeichen noch auf Attacke. Völlig berechtigt zudem. Mit Willi Kronhardt hat man sich zwar einen im Trainergeschäft noch weitgehend unbekannten, aber sehr engagierten und akribischen Trainer geangelt, der in der Vorbereitung mit seinem Team sehr gut gearbeitet zu haben scheint und offenbar auch ein Hauptaugenmerk darauf legte, die Balance in der Mannschaft herzustellen. Nicht nur spielerisch, sondern auch psychologisch menschlich. Eingeschworen wird nun wieder auf Lok, was offenbar auch ein Ende der vor der Saison verpflichteten tschechischen Fraktion bedeutet.

Mit Willi Kronhardt ist trotzdem auch ein ziemlich ausgeprägter, sportlicher Pragmatismus verbunden. Zum Amtsantritt setzte er sich gleich einmal in das aus Lok-Sicht RB-Fettnäpfchen und bemerkte, dass er „eine faire sportliche Partnerschaft irgendwann einmal nicht ausschließen würde“, da „schließlich beide Seiten von einer Zusammenarbeit profitieren können.“ Das ist natürlich weder konkret noch aktuell, aber bei Lok weitgehend ein rotes Tuch. Dazu passend auch, dass Kronhardt mit Christopher Gäng einen ehemaligen (und sehr talentierten) RB-Keeper und mit Kevin Kittler auch noch einen langjährigen Chemiker verpflichtete. Wechsel, die in Fußballleipzig weiterhin nicht unbedingt alltäglich scheinen.

In der Rückrunde geht es für Lok jedenfalls weiterhin um ziemlich viel, nämlich um die Qualifikation für die Regionalliga. Nach derzeitigem Stand (zwischen zwei und vier Teams werden am Ende aufsteigen dürfen) würde Platz vier für die Teilnahme an einer Relegation gegen den Vierten der NOFV-Oberliga Nord reichen. Bzw. müsste man Vierter der aufstiegsberechtigten Teams werden. Mit 17 Punkten liegt man zwar derzeit nur auf Platz 9, aber hat auch nur zwei Punkte Rückstand (ein Spiel weniger) auf den 7.Platz und den aktuell Vierten der regionalligafähigen Teams. Vermutlich vergeht der Rest der Rückrunde mit viel Spannung und auch viel Rechnerei.

Der aktuell etwas enttäuschende 9. Rang und vor allem der sehr miese Start in die Saison kostete den Verein auf jeden Fall bereits viel Geld. Mit einem Punkt und null Toren stand man nach vier Spielen am Tabellenende. Was sich auch stark auf die Zuschauerzahlen auswirkte. Statt der avisierten 3.000 Anhänger besuchten den Verein in sieben Heimspielen im Schnitt lediglich reichlich 2.300. Kehrt die sportliche Euphorie zurück, wird der Zuschauerschnitt in der Rückrunde aber erheblich steigen. Blau-gelb verfügt auch weiterhin über eine recht breite, mobilisierbare Fanszene und im weiteren Sinne große Anhängerschaft.

Neben den Männern gibt es bei Lok auch noch die Bundesliga-Frauen. Diese sollen wie RB am Sonntag gegen den FCR Duisburg ihre Rückrundenpremiere feiern (etwas unwahrscheinlich, wenn man aktuell das Regenwetter sieht [die Partie wurde inzwischen abgesagt]). Nach der Hinrunde stehen die Lok-Frauen mit neun Punkten und mit einem Punkt Vorsprung auf einen Nichtabstiegsplatz (allerdings mit einem Spiel mehr) auf Platz 10 der Tabelle. Während Leverkusen als 12. schon abgestiegen scheint, dürfte sich das Rennen um den zweiten Abstiegsplatz recht offen gestalten. Treffen dürfte es nach menschlichem Ermessen entweder die Lok-Frauen oder den USV Jena oder den Hamburger SV. Letztlich sind die direkten Duelle auch jene, die über Wohl und Wehe, Nichtabstieg oder Abstieg entscheiden.

Wie bei den Männern musste auch bei den Frauen die Trainerin wegen der sportlichen Situation in der Hinrunde den Hut nehmen. Der Nachfolger von Claudia von Lanken, die nur fünf Liga-Spiele lang in Leipzig agierte, wurde ihr Vorgänger, nämlich Jürgen Brauße. Sechs der neun Punkte holte Lok in den sechs Spielen unter seiner Leitung. In der Winterpause verpflichtete er zudem gleich vier Spielerinnen [broken Link], die vor allem die nicht ganz sattelfeste Defensive verstärken sollen.

Insgesamt kann man nach der Hinrunde nun wirklich nicht vermelden, dass der Frauenfußball bei Lok bereits den öffentlichkeitswirksamen Durchbruch geschafft hätte. Viel zu oft wird Lok in den Zeitungen noch im Regionalsport versteckt. Nichtsdestotrotz verweisen die regelmäßige Berichterstattung und die gewachsenen Zuschauerzahlen auf ein beachtliches Interesse an der sportlichen Entwicklung bei den Lok-Frauen. Den Heimauftakt gegen den FFC Frankfurt wollten knapp 1.700 Zuschauer sehen und auch danach kamen immer zwischen 500 und 1.000 Besucher.

Fazit: Beide Lok-Teams haben noch gute Chancen, ihre sportlichen Ziele zu erreichen. Die Männer den Aufstieg in die Regionalliga, die Frauen den Nichtabstieg. Für beide Teams kann dabei die Unterstützung der Anhänger ein entscheidender Faustpfand sein. Kriegt man ein bisschen Euphorie in die Rückrunden, dann kann man auch den einen oder anderen sportlichen Mängel überdecken. Und über Geld, ein baufälliges Stadion und und das ganze Drumherum redet es sich sowieso viel einfacher, wenn man sportliche Erfolge feiert.

SG Leipzig Leutzsch und BSG Chemie: Sie können nicht mit- und nicht ohneeinander

Die grün-weiße Fraktion ist trotz zweier eigenständiger Vereine nicht getrennt voneinander zu denken, auch wenn sie meist nach dem Motto handeln „Geeint in den Farben, getrennt in der Sache“. Konnte man vor der Saison eventuell noch nicht wissen, wie sich das Verhältnis beider Vereine zueinander entwickeln würde, dann ist man inzwischen etwas schlauer. Denn ein Zusammengehen beider Vereine, das aus rein wirtschaftlichen und pragmatischen Gründen wohl die sinnvollste Option wäre, ist nach der Hinrunde und viel medialem Geplänkel, gegenseitigen Vorwürfen und politischen Anschuldigungen („Ihr seid Nazis.“ „Nein, ihr bringt die Politik erst ins Stadion.“) in unerreichbare Ferne gerückt. Zumindest, wenn man davon ausgeht, dass die Zusammensetzung der Fanszenen so bleibt, wie sie sich derzeit darstellt.

Was letztlich wirtschaftlich-organisatorisch zu der absurden Situation führen könnte, dass dadurch die Existenz beider Vereine gefährdet wird. Während für die SG Leipzig Leutzsch bereits erste Deckungslücken durch die L-IZ kolportiert [broken Link], aber vom Verein auch dementiert wurden, liegt die Vermutung nahe, dass der Abgang von Präsident Oliver Krause bei der BSG Chemie mittelfristig mit einem Verlust an Sponsorengeldern verbunden ist. Und über allem schwebt der marode, kostenintensive Alfred-Kunze-Sportpark, den die beiden Vereine finanziell zu schultern haben. Was für zwei kleine Landesligisten eigentlich nicht machbar scheint.

Aufgefangen werden die vergleichsweise kleinen, finanziellen Ressourcen bei der BSG Chemie auch durch den Einsatz der durchaus zahlreichen Anhängerschaft. Mit 1.000 Zuschauern kann man in Heimspielen im Normalfall immer rechnen. Im Leutzscher Stadtteilderby gegen die SGLL kamen gar offiziell 2.800, wobei diese Zahl eher niedriger sein dürfte, als die Zahl die tatsächlich im Stadion war. Bei der SG Leipzig Leutzsch ist das Zuschauerinteresse dagegen noch ziemlich überschaubar. Mit um die 700 Zuschauer startete man in die Saison. Ab dem dritten Heimspiel pendelte sich die Zahl auf 400 bis 500 Anhänger ein.

Sportlich gesehen verlief die Hinrunde für beide Teams nicht schlecht. Die SG Leipzig Leutzsch liegt mit 26 Punkten auf Platz fünf, während der grün-weiße Rivale mit 22 Punkten (und einem Spiel weniger) auf dem neunten Platz überwintern durfte. Bedenkt man, dass die SG Leipzig Leutzsch vor der Saison als neuer Verein eine völlig neue Mannschaft zusammenstellen musste und die BSG Chemie als Aufsteiger in die Stadtliga erst durch die Übernahme des Spielrechts von Blau-Weiß Leipzig Landesligist wurde und deshalb dasselbe tun musste, kann man damit (bei aller Kritk an Wellentälern) sicherlich durchaus zufrieden sein. Beide Teams haben jedenfalls mit dem Abstieg in der für sie neuen Spielklasse nichts zu tun. Mit dem Aufstieg allerdings wohl auch nicht, denn die SGLL hat bereits fünf Punkte Rückstand auf Platz 2, der am Ende der Saison zum Aufstieg berechtigen wird. Spitzenreiter SSV Markranstädt ist mit seinen 43 Punkten sowieso jenseits von Gut und Böse.

Betrachtet man die Situation realistisch, dann ist die Landesliga unter den gegebenen (wirtschaftlichen) Voraussetzungen sowieso für Chemie und SGLL fast schon das Ende der Fahnenstange. Vielleicht reicht es für einen der beiden Vereine auch mal für einen Oberliga-Aufstieg, aber dann ist endgültig Schluss (bedenkt man, was der sehr viel besser gestellte 1.FC Lok für Probleme mit der Oberliga hat). Von daher muten Träumereien, die tatsächlich höherklassige Perspektiven im Alfred-Kunze-Sportpark entdecken wollen, ziemlich deplatziert an. Sage nie nie, aber im Moment wirkt es eher so, als wäre eine ins negative kippende Finanzlage bei beiden wahrscheinlicher als der sportliche Aufstieg.

Womit wir wieder beim Einstieg wären. BSG Chemie und SG Leipzig Leutzsch können, wenn sie eine Perspektive über die Landesliga hinaus und mit dem Alfred-Kunze-Sportpark haben wollen, eigentlich nur zusammenarbeiten, strenggenommen im selben Verein. Doch eine Fusion wollen derzeit wohl nur absolute Rationalisten. Bei der Mehrzahl (vielleicht täusche ich mich da aber auch) sind die Verletzungen, Befindlichkeiten und auch inhaltlichen (politisch, sportlich, wirtschaftlich, fankulturell) Differenzen derart stark ausgeprägt, dass man sich ein mögliches Zuammen gar nicht vorstellen kann. Und das betrifft nicht nur die Fans, sondern auch die jeweiligen Vereinsführungen.

Fazit: Die BSG Chemie und die SG Leipzig Leutzsch liefern in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld sportlich ziemlich starke Leistungen ab. Trotzdem verbreitet sich dabei keine Aufbruchsstimmung. Ich jedenfalls bin für beide Vereine wirtschaftlich und sportlich skeptisch, auch wenn ich keinerlei Prognose wagen würde. Sportlich allerdings könnte die Konkurrenz in Stadt (Lok) und Land (Markranstädt, Piesteritz, Eilenburg, eventuell Grimma) allerdings über kurz oder lang die attraktivere Adresse für Spieler werden, die in Leipzig ausgebildet wurden, aber den Sprung in den Profifußball nicht schaffen können oder wollen. Womit beide dann tatsächlich Stadtteilfußball betreiben. In einem Stadion, das soviel kostet als spielte man in der Regionalliga.

Ergo

Es ist wie immer einiges los im Leipziger Fußball. Sportlich und auch jenseits des grünen Eckigen. Permanente Personalwechsel, wirtschaftliche Probleme, also letztlich die altbekannten Problemlagen. Nur bei RB Leipzig hielt man sich in der Hinrunde aus den unruhigen Schlagzeilen ein wenig heraus. Für Leipziger Verhältnisse war es da fast schon idyllisch ruhig. Allerdings ist es bei den wirtschaftlichen Voraussetzungen auch einfacher ruhig zu erscheinen. Sportlich geht es zumindest für RB und Lok in eine spannende Rückrunde. Bei Chemie und SGLL wird es wohl nur abseits des Platzes so richtig spannend. Aber so stimmt dann wenigstens die mediale Mischung. Ich wünsche viel Spaß allerseits, denn bei allem trennenden muss man auch mal festhalten, dass man in Leipzig selbst an schlechten Tagen 8.000 Menschen dafür begeistern kann, Spiele der vier ranghöchsten Vereine zu besuchen. An guten kann daraus schnell ein mehrfaches werden. In Liga 4, 5 und 6. Die Leidenschaft für den Lieblingssport in seinen unterschiedlichen Vereinsvarianten scheint also ungebrochen. Und das ist doch eine gute Nachricht.

Flattr this!

Ein Gedanke zu „Leipziger Fußball 2012“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.