Testspiel: RB Leipzig vs. Luxemburg 3:0

Testspiel Nummer 5 der Winterpause brachte RB Leipzig gestern am Tag 6 des Trainingslagers in Belek die Nationalmannschaft Luxemburgs als Gegner. Nationalmannschaft klingt erst mal ziemlich beeindruckend. Bedenkt man, dass Luxemburgs beste Fußballlegionäre maximal in zweiten europäischen Ligen spielen (der französischen z.B.) und gar nicht dabei waren, weil sie mit ihren Clubs selbst in der Rückrundenvorbereitung (oder gar im Spielbetrieb) stecken, bleibt ein kleines Land mit der Einwohnerzahl Leipzigs, dessen Nationalmannschaft wohl fußballerisch wohlwollend gutes Regionalligaformat besitzt. Also alles in allem nicht mehr so spektakulär.

Spektakulärer war da bei RB Leipzig schon der Testspieler auf der linken Verteidigerseite Tomasz Wisio, der nach dem Spiel bereits kein Testspieler mehr war, sondern nun bis Ende der nächsten Saison einen Vertrag erhalten wird. Insgesamt eine schöne Sache, denn der 30jährige Pole Wisio, der seinen alten Club, einen griechischen Erstligisten wegen unregelmäßiger Gehaltszahlungen verließ, scheint eine ordentliche Portion Klasse mitzubringen (mehr dazu sicherlich noch nächste Woche nach Abschluss der Transferperiode). Wovon der derzeit verletzte Rivale Umut Kocin eventuell nicht zu 100% begeistert ist. Verständlicherweise..

Auch nicht unspektakulär die sehr frühe Auswechslung von Pekka Lagerblom, der sich in der Vorbereitung bisher zu einer zentralen Figur im zentral-defensiven Mittelfeld aufgeschwungen hatte und laut heutiger LVZ gegen Luxemburg nach einem überflüssigen Gelb-Foul im Mittelfeld von Pacult vom Platz gehotl wurde. Das wäre dann wohl die Höchststrafe. Mal gucken, wie nachhaltig des Trainers Ärger ist. Als nachtragend war er bisher zumindest nicht bekannt. Wäre auch schade, denn einen Lagerblom in Topform kann selbst RB Leipzig nicht einfach so ersetzen.

Gespielt hat RB Leipzig gegen Luxemburg 65 Minuten lang im ligaerprobten 4-4-2. Mit Personal, das ziemlich nah an der Stammformation dran sein dürfte, wenn denn demnächst der Punktspielstart anstehen würde. Das stärkste Fragezeichen steht dabei vermutlich hinter Carsten Kammlott und damit auch hinter dem 4-4-2 selbst, denn das ab der 65. Minute gespielte 4-2-3-1 mit Tom Geißler als offensiv-zentralem Mittelfeldakteur (und nur einem Stürmer, also eher Frahn und nicht Kammlott) scheint mir bei Pacult noch nicht komplett abgeschrieben.

Nicht unterschlagen werden soll auch der Auftritt des U19-Spielers Tom Nattermann, der 25 Minuten lang auf der rechten Außenbahn wirbeln durfte. Schöne Sache sicherlich für den jungen Mann. Nicht unterschlagen werden soll zudem, dass dem Elfmeter zum 2:0 eine rote Karte für den Luxemburger Keeper wegen Notbremse vorausging, der Nationalmannschaftstestkontrahent von RB Leipzig also 30 Minuten lang nur zu Zehnt spielte.

Fazit: Alles in allem nicht übermäßig spektakulär das Freundschaftsspiel mit fraglichem sportlichem Wert gegen Luxemburg. Mit einem völlig verdienten 3:0 der RasenBallsportler, die sich langsam aber sicher auf den Saisonstart in zwei Wochen zuschieben. Und dabei scheinbar bereits ein ziemlich klares taktisches und kadertechnisches Konzept haben. Zwei Testspiele gibt es in Belek noch, bevor in einer Woche am Leipziger Cottaweg die Generalprobe gegen den österreichischen Zweitligisten Blau Weiß Linz steigt. Dann kann man sich dann endlich wieder selbst vom Stand der Dinge überzeugen.

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Tore: 1:0 Frahn (30.), 2:0 Frahn (60./ FE), 3:0 Geißler (80.)

Aufstellung: Borel (46. Bellot) – Müller, Hoffmann, Franke, Wisio – Röttger, Ernst, Lagerblom (18. Schulz), Rockenbach – Kammlott, Frahn

Aufstellung ab 65. Minute: Bellot – Lewerenz, Sebastian, Hoffmann, Wisio – Rost, Schulz – Nattermann, Geißler, Heidinger – Kutschke

Links: RBL-Bericht [broken Link]

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8 Gedanken zu „Testspiel: RB Leipzig vs. Luxemburg 3:0“

  1. Der Nationalmannschaftstestkontrahent von RB Leipzig spielte 30 Minuten lang nicht nur zu Zehnt!!!

    „In der 53.‘ fiel dann die Vorentscheidung. Nach einem Kontakt zwischen Joubert und Rockenbach entschied der Schweizer Schiedsrichter Karabacak auf Foulelfmeter und zeigte Joubert die Rote Karte. Nationaltrainer Luc Holtz schickte daraufhin Ersatztorhüter Oberweis aufs Feld. Dem Schweizer Schiedsrichter Karabacak fiel allerdings nicht auf, dass Luxemburg nun einen Feldspieler mehr als erlaubt auf dem Platz stehen hatte.“
    https://www.wort.lu/de/sport/rb-leipzig-laesst-flf-auswahl-keine-chance-4f61b112e4b0860580a9b70b

  2. Bin mir nicht sicher, inwieweit dies den Tatsachen entspricht. Diese Luxemburger Tageszeitung ist die einzige, der das aufgefallen sein will..

  3. Diese Tageszeitung ist immerhin „Die“ Tageszeitung Luxemburgs und auch mit Personal vor Ort. Ich bin mir da sehr sicher, was die Glaubwürdigkeit dieser Quelle anbelangt. Gibt ja auch keinen Grund, warum die sowas sonst berichten würden und bis 11 zählen können sie wohl ebenfalls. 😉 Ggf. sieht man ja später mal im LF, ob es den Tatsachen entspricht, im Kurzbericht sieht man jedenfalls nix.

  4. @Rumpel: Hab das Audio nicht verfolgt, aber was sagt denn das Fanradio dazu? Und hätten es Stefan Krause und Guido Schäfer und die RB-Homepage nicht auch bemerkt (die ja auch alle vor Ort waren)?

    1. absence of evidence is not evidence of absence

      Immerhin scheint die gegnerische Mannschaft in den genannten Berichten auch keine große Rolle zu spielen, betrachtet man mal die nicht genannten Namen. Das Wort Überzahl übrigens auch nicht. 😉

      Zudem findet es auch beim mdr Erwähnung:
      [broken Link]

      Das Fanradio meinte in der entsprechenden Szene (etwas unsicher), dass die Nr.11 vom Platz musste. Später (1:22) wird übigens gesagt: „wir sind jetzt wieder 11 gegen 11“ (ohne das dies dem Radioteam als Problem aufgefallen wäre), nachdem Leipzig zwischenzeitlich 12 Mann auf dem PLatz hatte, nach einer Verwirrung beim Massenwechsel in der 65.

      Was GS anbelangt, so denke ich nicht dass er da mit voller Aufmerksamkeit dabei ist, immerhin hat er ja auch bei Pekka nicht auf die Verletzung verwiesen.
      Wie gesagt, wenn es den Luxemburgern, die daran ja ein größeres Interesse als wir haben, aufgefallen ist, warum sollte ich das bezweifeln.

    2. Der MDR ist aber auch eine denkbar schlechte Quelle, der seine Berichte (in solchem Fall) auch nur aus dem Netz zusammensucht. Die sind also die einzigen, die die Wort-Geschichte aufgegriffen und verbreitet haben. Nun ja, wir werden es hier wohl nicht abschließend klären, aber Du hast natürlich Recht mit der Frage, warum die Luxemburger Zeitung denn so etwas schreiben sollte, wenn sie es nicht gesehen hätten. Das ist ene gut Frage.

  5. Es ist durchaus nicht ungewöhnlich das in Testspielen auf Mannschaftsdezimierung verzichtet wird. Es müssen sich nur beide Trainer einigen und der Schiri zustimmen. Schliesslich ist das Ergebnis in der Regel sekundär und die Simulation von Wettkampfbedingungen wichtiger.

    1. Daran hatte ich zuerst auch gedacht, aber im Radio hört sich das nicht so an, das wäre doch ggf. eher aufgefallen und die Luxemburger hätten weniger protestiert.

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