Fehlendes Leistungsdenken

René Müller so über Carsten Kammlott (BILD, 14.10.2011):

Der Junge hatte, bevor er von Erfurt nach Leipzig ging, ein Angebot aus Nürnberg. Doch er geht freiwillig eine Liga tiefer. Das macht man nicht, wenn man ein gewisses Leistungsdenken hat. Mit solchen Typen kannst Du nicht aufsteigen.

Woraufhin Peter Pacult so (Red Bull Audio Player [broken Link], 14.10.2011):

Wir leben in einem Land, in dem jeder seine Meinung haben darf. Die darf man auch kundgeben. (…) Wenn man alles richtig gemacht hat und auch gut war, dann sollen sie ihren Kommentar abgeben, aber das berührt mich wenig.

Und Carsten Kammlott so (Red Bull Audio Player [broken Link], 15.10.2011):

Was der Herr Müller da erzählt hat, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Ich weiß nicht, wo er sich das Recht hernimmt, über Mannschaften und Spieler so zu urteilen. Ich weiß nicht, was das sein sollte.

Ich auch noch so:

Keine Ahnung, warum der Herr Müller diesen Seitenhieb brauchte. Vielleicht verarbeitet er so die Tatsache, dass er aufgrund des Abgangs von Sportdirektor Thomas Linke damals keine Chance hatte, Trainer von Carsten Kammlott bei RB Leipzig zu werden. Andererseits sind seine Aussagen auch nicht wirklich spektakulär, weil all das im Zuge des Wechsels von Kammlott ja bereits mal erzählt wurde, wenn auch nicht so prominent, sondern eher durch damalige Erfurter Fankreise. Spannend übrigens, dass Kammlott so etwas wie Pacults Lieblingsprojekt zu sein scheint. Ihn will er mit seiner ihm (zumindest in der öffentlichen Wirkung) eigenen Dickköpfigkeit unbedingt wieder auf Vordermann bringen. Gelingt ihm das, kann RB Leipzig davon sicher in Bezug auf die Spielstärke extrem profitieren. Mal sehen, wer Recht behält.

Certainly to be continued.

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5 Gedanken zu „Fehlendes Leistungsdenken“

  1. Keine. René Müller ist eine Leipziger Fußballinstanz und ehemaliger Nationaltorhüter der DDR und in Bezug auf RB Leipzig eigentlich lediglich dadurch aufgefallen, dass er eine Zeit lang als Favorit auf den Trainerposten in Nachfolge von Tomas Oral galt. Bis Sportdirektor Thomas Linke gegangen ist/ gehen musste. Dann war er raus aus der Verlosung. Müller wird in Bezug auf Kammlott noch dadurch relevant, dass er früher mal Coach von Rot-Weiß Erfurt war (vor Kammlott) und dann Trainer bei der U23 von Nürnberg war, als die ihn offenbar aus Erfurt verpflichten wollten. Außerdem war Müller gerade als Chefcoach von Lok Leipzig im Gespräch, hatte dann aber abgesagt, war dadurch aber mal wieder in aller Medienmunde. In diesem Zusammenhang wird wohl auch die Kammlott-Äußerung (und sei es nur am Rande) gefallen sein.

  2. Bliebe zu fragen, ob RM damals bei seinem Wechsel vom 1. FC Lok zum hochfusionierten FC Grün-Weiss Chemie Böhlen Sachsen auch ein fehlendes Leistungsdenken hatte 😀

  3. Auffallend ist ja generell, dass ehemalige Torhüter sich später als Trainer schwer taten. Erinnert sein an Schumacher. Ansonsten war Rene Müller zu seiner aktiven Zeit beim 1. FC Lokomotive Leipzig und in der Nationalelf der DDR ein richtig guter Torwart, Weltklasse meinen die einen, andere monieren die fehlende Teilnahme an einer WM oder EM Endrunde. Dabei musste er sich im Nationaltor der Konkurrenz von Bodo Rudwaleit vom BFC Dynamo erwehren, ihn hätten die Genossen aus Berlin gerne vor Müller im Tor gesehen.

    Nach der Wende habe ich Rene Müller selber noch in Leutzsch spielen sehen. Menschenskinder, jetzt höre ich aber auf, sonst werde ich noch sentimental und wandle auf dem Pfad der Nostalgie.

    Während seiner Zeit in Nürnberg mit der Nachwuchsmannschaft bekam er von ortsansässigen Sportjournalisten für seine abgelieferten Partien mit seiner jungen Mannschaft in der Regel gute Arbeitszeugnisse.

    Beim Thema Aufstieg wird es die Saison dann ja zeigen und (sicherlich) die Aussage von Müller mit dem Nicht-Aufstieg widerlegen.

  4. „Keine“ Rolle, in Sachen Rene Müller – dafür ist Deine Anmerkung aber ziemlich lang und dafür taucht RM recht oft auf in Artikeln als daß er nichts zu melden hätte.

    Vor einiger Zeit meinte Pacult, Kammlot sei talentiert, aber auch schon 21. Aha. Klingt wie: Ich mach ihn zur Sau, laß ihn trainieren bis er kotzt, kritisier ihn ständig, in den Spielen bringe ich ihn nicht, führe die 25. Stunde ein am Tag zum Training …. und siehe da: Am Tag X wird er aufdrehen und der große Star von RBL werden; wie lange Daniel Frahn die Binde dann noch hat?!?

    Aber wer weiß: Vielleicht bildet Kammlot ja auch bald mit Michael Thurk den Sturm und ab dem 30. Spieltag beginnt der Schaulauf von RBL. 😉

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