Variable Vereins-Geburtsdaten

Ich hatte ja vor ein paar Tagen bereits einen Blick in die Satzung von RB Leipzig geworfen. Vor allem um Passagen zu finden, die für die Lizensierung durch den DFB interessant sein könnten. Außer dem dort dokumentierten und verlinktem, hat das Papier jetzt nicht übermäßig viel an spannendem zu bieten, wenn man sich nicht unbedingt für Ausführungen über den Vereinszweck (Fußball, Förderung des Nachwuchsfußballs) und die Vereinsorgane interessiert.

Zwei Sachen bleiben aber aus meiner Sicht noch erwähnenswert. Zum einen (eher formaljuristisch interessant) gibt es einen Passus „Ausgliederung von Kapitalgesellschaften“, durch den der Vorstand bereits jetzt ermächtigt wäre, sich mit dem RasenBallsport Leipzig e.V. an einer Kapitalgesellschaft zu beteiligen (natürlich mit mindestens 51%) und Teile der Fußballabteilung inklusive des Nachwuchses oder auch alles in diese auszulagern.  Was ja im Profi-Fußball eine häufig genutzte Konstruktion für den Alltagsbetrieb ist.

Zum anderen dreht sich ein spannender Punkt um die Vereinsgründung. Spannend zumindest für mich, denn mir war das so nicht bewusst. Gefeiert wurde der zweite Geburtstag von RB Leipzig in diesem Jahr durch eine Fan-Überraschungsparty am 19.05.2011, der Tag, der in seiner 2009er Version gemeinhin als Gründungstag gilt, weil an ihm die Satzung ins Vereinsregister eingetragen wurde. Kann man sicher so machen.

Laut Satzung von RB Leipzig wurden Verein und Satzung allerdings bereits am 25.03.2009 per Gründungsversammlung erschaffen, also rund zwei Monate vor dem offiziellen Geburtstag und auch etwa zwei Monate bevor in Leipzig überhaupt Gerüchte über den Einstieg von Red Bull beim SSV Markranstädt aufkamen. Eine satzungsändernde Mitgliederversammlung fand demnach schon am 07.05.2009 und damit vor dem Geburtstermin statt.

Vielleicht muss man nun deswegen nicht die Geschichte und die Geburt des Vereins neu schreiben (schließlich feiert es sich im Mai zum Saison-Finale auch viel schöner als im März), spannend ist es aber schon, dass der Verein bereits im März 2009 existierte, also bereits Ende März für Red Bull offenbar eine Situation eingetreten war, in der man es als notwendig und sinnvoll erachtete, die Hülle zu gründen, mit der später die Spielrechtsübernahmen vom SSV Markranstädt und der Einstieg in der Oberliga überhaupt erst möglich wurde. Da waren für einige Herren (inklusive dem Markranstädter Macher Holger Nussbaum) offenbar schon die Zukunfts-Weichen gestellt, als man in Leipzig noch relativ frisch und vergangenheitsorientiert über das Insolvenzverfahren des FC Sachsen Leipzig sprach.

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4 Gedanken zu „Variable Vereins-Geburtsdaten“

  1. Eine Vereinsgründung geht mit einer niedrigen dreistelligen Summe ab. Wundern würde mich nicht, wenn es noch mehrere Rasenballsport eV.s in D gegeben hat, die halt mittlerweile wieder aufgelöst wurden.

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