Überall nur Erfolgs-Fans

Noch ein statistischer Saisonrückblick hinterher. Eines dieser Themen, die geht es um RB Leipzig immer (gern auch verschwörungstheoretisch) aufgeladen werden. Die Hälfte der Zuschauer bekomme Freikarten, die andere Hälfte wird einfach draufgeschlagen. Wirklich interessieren tue sich für den Verein doch eh niemand. Alles nur Event- oder Erfolgs-Fans oder neutrale Beobachter, die nur mal gucken wollten. Keine Leidenschaft. Wenig Empathie. Nun denn, vieles davon lässt sich natürlich nicht durch Zahlen, sondern nur durch Selbstbeobachtungen im Stadion klären, aber hier und heute geht es um die knallharten, statistischen Fakten. In bester Focus-Tradition.

Insgesamt strömten fast 900.000 Zuschauer zu den 306 Spielen der abgelaufenen Saison 2010/2011 in der Regionallgia Nord. Das ergab einen Schnitt von 2936 Zuschauern pro Partie. Waren es in der Hinserie noch im Schnitt 3175 Fans pro Spiel, sank die Zahl nach dem Winter auf 2696. Deutliches Indiz dafür, dass das Interesse in der Regionalliga vor allem auf Platz 1 und dem Nichtabstieg gilt. In beiden Fragen waren fast alle Messen früh gelesen.

Die Minuskulisse von 32 Zuschauern wurde gleich zweimal verbucht (Cottbus II gegen Braunschweig II und Türkiyemspor gegen HSV II). Spiele also, bei denen die Mannschaften samt Betreuern in der Überzahl waren. Saisonrekord waren hingegen die 13101 Zuschauer, die sich in der End-November-Kälte den vermeintlichen Aufstiegs-Hit RB Leipzig gegen den Chemnitzer FC ansehen wollten.

Überhaupt, die Zuschauermeister der Liga aus Leipzig, Chemnitz und Magdeburg verbuchten in ihren sechs Duellen gegeneinander insgesamt rund 63.000 Zuschauer. Das machte in knapp 2% aller Spiele etwa 7% aller Besucher. Aha. Insgesamt fast 26.000 Fans wollten die zwei Duelle zwischen dem Aufsteiger aus Chemnitz und RB Leipzig beobachten. Für eine vierte Liga sicherlich aller Ehren wert.

Nimmt man den Zuschauerzuspruch für die gesamte Saison, dann liegt der 1.FC Magdeburg für den Gesamtbesuch und den Heimbesuch mehr oder weniger deutlich in Führung, während in der Auswärtstabelle Leipzig und Chemnitz (auch wegen der Duelle gegeneinander) die Spitze belegen:

PlatzTeamGesamtHeimAuswärts
11. FC Magdeburg346645862346
2RB Leipzig341542762554
3Chemnitzer FC329040522527
4VfB Lübeck200226881315
5Holstein Kiel194724461447
6Hallescher FC166316001726
7VFC Plauen117512131138
8ZFC Meuselwitz117311471199
9SV Wilhelmshaven9656861244
10Hamburger SV II9577021212
11VfL Wolfsburg II9004161384
12Eintracht Braunschweig II8956301159
13Hertha BSC Berlin II8423791305
14Hannover 96 II8393911288
15TSV Havelse7994981100
16FC Oberneuland7252811168
17FC Energie Cottbus II6912361146
18Türkiyemspor Berlin6761911161

Auffällig, dass der Hallesche FC das erste Team der Zuschauer-Tabellen-Spitzengruppe ist, das mehr Auswärts- als Heimbesucher verzeichnen konnte. In Halle wird man sich wohl schon innigst auf den Rückzug aus der Interims-Spielstätte in das im September fertiggestellte Nicht-Mehr-Kurt-Wabbel-Stadion freuen. Meiner Erinnerung nach kalkuliert man in Halle jedenfalls mit einem Schnitt deutlich oberhalb der in der letzten (enttäuschenden) Saison erreichten 1.600. Der Rest – insbesondere die Sammlung der zweiten Mannschaften in der unteren Tabellenhälfte – bietet kaum überraschende Fakten, wenn man mal davon absieht, dass es in der Auswärtsstatistik unterhalb der großen, ostdeutschen vier aus Halle, Leipzig, Magdeburg und Chemnitz keine großen Differenzen im Besuch gibt. Könnte auch ein Hinweis darauf sein, dass sich die Popularität von zweiten Mannschaften als Gästen kaum von der anderer Teams unterscheidet (dazu unten noch mehr).

Wirft man einen Blick auf die sechs Teams mit den meisten Zuschauern und nimmt nur die Hinrunden-Spiele, dann ergibt sich ein Bild, bei dem RB Leipzig deutlich die Heim- und Gesamtbilanz dominiert, der Chemnitzer FC und der 1.FC Magdeburg aber die Auswärtsbilanz. Was – naheliegend interpretiert – daran liegt, dass Chemnitz und Magdeburg in der Hinrunde vor jeweils mehr als 10.000 Zuschauern in Leipzig spielten:

PlatzTeamGesamtHeimAuswärts
1RB Leipzig423062802407
21. FC Magdeburg384347203064
3Chemnitzer FC330531593469
4Holstein Kiel202227941335
5VfB Lübeck18442716863
6Hallescher FC15022067867
7VfL Wolfsburg II12713732069

Blickt man auf die Rückrunde, dann fällt auf, dass RB Leipzig in der Gunst der Heimzuschauer gegenüber der Hinrunde deutlich einbricht. Was daran liegen könnte, dass man in der Hinrunde dank Spielplan die Zuschauerknüller (Magdeburg, Chemnitz) schon hinter sich hatte, aber auch daran, dass nach der Niederlage gegen Kiel sportlich die Luft aus der Saison raus war. Knapp 2.500 Heimbesucher pro Spiel sind irgendwo zwischen situationsbezogen ok und dürftig. In der Auwärtstabelle hingegen zieht es RB Leipzig – auch dank der Spiele in Magdeburg und Chemnitz – auf den Spitzenplatz.

TeamGesamtHeimAuswärts
Chemnitzer FC327450561690
1. FC Magdeburg308944681539
RB Leipzig260024942718
VfB Lübeck215926581716
Holstein Kiel187121361573
Hallescher FC182510762491

Auffällig insgesamt, dass bei allen Teams außer dem Chemnitzer FC die Zuschauerzahlen in den Heimspielen der Rückrunde gegenüber der Hinrunde  rückläufig waren. In Magdeburg und Lübeck nur leicht (Magdeburg bis zum Ende im Abstiegskamp, Lübeck lange noch mit Aufstiegshoffnungen) und in Leipzig, Kiel und Halle (wo die sportlichen Enttäuschungen am größten waren) vergleichsweise stark. In Chemnitz steigert man hingegen den Zuschauer-Heim-Schnitt von knapp 3.200 in der Hinrunde auf über 5.000 in der Rückrunde. Insgesamt gilt also für alle sechs Mannschaften gleichermaßen, dass – auf unterschiedlichem Niveau – alle Teams über einen sehr relevanten Anteil an Fans verfügen, die ihren Besuch von der aktuellen sportlichen Lage abhängig machen. Da machen die traditionellen Erfolgs-Fans offenbar keinen Unterschied zu den noch recht jungen (in Vereinsjahren gerechnet) Erfolgs-Fans in Leipzig.

Ein letzter Statistik-Zuschauer-Blick gilt der im Zuge der Regionalliga-Reform oft verhandelten Frage, ob man die Zweitvertretungen (die U23-Teams der Profivereine) aus der Regionalliga verbannen solle, weil diese für die Zuschauer unattraktiv seien und so die Finanzen der Vereine belasteten. Die Tabelle zeigt Erinnerung und als Vergleichsbasis den Gesamtzuschauer-Schnitt für die 17 Heimspiele der sechs zuschauerträchtigsten Teams. Spalte drei zeigt die Zahlen für die Spiele gegen die Nicht-U23-Mannschaften. Für alle Vereine gilt, dass sie in diesen Spielen einen Schnitt oberhalb des Gesamtschnitts erreichen. In statistischer Analogie dazu fehlen die Zuschauer in den Spielen gegen die U23-Teams natürlich. Dass bspw. in Lübeck zu Spielen gegen U23-Mannschaften im Schnitt 700 Zuschauer weniger kamen als zu den Spielen gegen die anderen Teams, scheint ein alarmierendes Ergebnis zu sein:

TeamGesamtNicht-U23U23-GegnerLetzen 7untere Hälfte
1.FC Magdeburg45864758427137843784
RB Leipzig42764779335439892764
Chemnitzer FC40524568310637883534
VfB Lübeck26882940222724022186
Holstein Kiel24462782183022552211
Hallescher FC16001796124116721111

Nimmt man die 700 Zuschauer und geht davon aus, dass sie mit Speisen und Getränken im Schnitt locker 10, eher 20 Euro im Stadion lassen und rechnet das auf 6 Spiele (so viele Zweitvertretungen gab es im letzten Jahr in der Regionalliga Nord), dann kommt man schnell auf 50.000 Euro und mehr, die im Saisonsäckel fehlen. Eine in der Regionalliga durchaus umfängliche Summe.

Andererseits gibt es zu jeder Statistik wohl auch ein statistisches Gegenargument. In diesem Fall ist es die letzte Spalte (‚untere Hälfte‘) der gerade gezeigten Tabelle, die den Schnitt der sechs am stärksten besuchten Mannschaften gegen Nicht-U23-Teams der unteren Tabellenhälfte ausweist. Der 1.FC Magdeburg wurde hier (als Gast) herausgenommen, da er aus vielen Gründen (Zuschauer, sportlich unerwartet) kein prototypischer Verein der unteren Tabellenhälfte ist. Man könnte auch sagen, Magdeburg würde die Statistik (entgegen meinem Sinne) verfälschen, aber das wäre natürlich zu direkt. Erfasst wurde also für diese Spalte der Schnitt für die Spiele gegen Plauen, Meuselwitz, Wilhelmshaven, Oberneuland, Havelse und Türkiyemspor, also für Spiele gegen typische Regionalligisten. Und siehe da: der Schnitt liegt außer für den Chemnitzer FC und Holstein Kiel unter (!) dem Besucher-Schnitt bei Spielen gegen Zweitvertretungen. Was auch bedeutet, dass ein durchschnittlicher Regionalligist für die Mehrzahl der Zuschauer nicht attraktiver ist als eine Zweitvertretung, schon gar nicht als eine erfolgreiche Zweitvertretung. Man nehme das als Argument für oder gegen was immer man will.

Fazit: RB Leipzigs Zuschauer mit guter Hinrunde und mieser Rückrunde. Trotzdem ist das Zuschauerfundament selbst der Rückrunde mit 2.500 Durchschnitts-Besuchern insgesamt recht ordentlich. In Sachen Erfolgsorientierung jedenfalls unterscheidet sich der Leipziger offenbar nicht sonderlich stark vom Rest der Welt. Mal sehen was das nächste Jahr, ohne einen herausragenden Kontrahenten wie den Chemnitzer FC bringen wird.

**Alle Angaben ohne Gewähr**

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14 Gedanken zu „Überall nur Erfolgs-Fans“

  1. Die Zuschauerzahlen sind für die 4. Liga mehr wie respektabel. Dazu darf man ruhig gratulieren. Natürlich darf und wird die Kurve bei RB Leipzig nach oben ziehen. Bei reeller Aufstiegschance in der nächsten Saison, der Akklimatisierung zahlreicher Fußballinteressierter die erstmal nur schnuppern wollten und dann doch öfters und später kontinuierlich kommen werden, wird die Zuschauerzahl steigen. Auch bei konstanter Tabellenführung und dem Potenzial einer Aufstiegsstory wird manch Fußballfan vom Sofa in die Arena gehen. Bei meinen nächsten Leipzig Besuchen orientiere ich mich auf alle Fälle am Spielplan und schau vorbei.

  2. Die Zuschauerzahlen sind klasse, daran erkennt man auch ein stetig wachsendes Interesse. Leider wird diese Entwicklung derzeit noch sehr klein geredet. Warum das so ist? Wahrscheinlich blinder Hass. Obwohl eigentlich auch der Fairplay Gedanke zum Sport gehört…Nunja…Ich finds jedenfalls spannend und denke, dass noch lange Zeit positive Meldungen zu verkünden sind.

  3. Naja, die Einleitung ist doch etwas polemisch. Ich habe selbst schon an 3 Dosen gebundelte Freikarten im Konsum stehen sehen. Inwieweit diese Rabattaktionen noch gefahren werden kann man ja bestimmt auf einer MV in Erfahrung bringen 😉
    Für mich waren die Zuschauerzahlen nicht überraschend, im ZS gelten eigene Gesetze, so hat man auch bei Erfolgslosigkeit 1500 – 3000 Zuschauer fest. Andererseits wirds bei interessanten Spielen schnell 5stellig. Am Beispiel des FCS konnte man beim RL Aufstieg sehen wie, dank einer vermeintlich verkorksten Saison, die Zuschauerzahlen schwanken.
    Interessant finde ich aber die Zuschauerverteilung: Im Gegenteil zu LOK/FCS ist das Verhältnis Block A zur Kurve beeindruckend, liegt das nun daran das Block A als „neutral“ gekennzeichnet wurde? Evtl. liegt es auch an den humanen Eintrittspreisen, Familientickets oder man hat einfach mehr Fussballinteressiertes Publikum das sich das Spiel lieber von der Geraden anschaut…

    1. Wo gibt es denn (hier) eine Verteilungs-Aufstellung Block A/Kurve ? Habe ich wohl überlesen, würde mich aber auch sehr interessieren (wenn möglich) ? 😉

    2. Die Freikartenlegende lebt…
      Ich war zu jedem Heimspiel, wenn ich nicht gerade Urlaub hatte (ein Mal) und habe nur in einem einzigen Fall Freikarten bekommen, die aber nichts mit einem RB-Bundle zu tun hatten, sondern mit jungem aufstrebenden Nachwuchs des Vereins.
      Für Tips zum Freikartenbezug wäre ich sehr dankbar angesicht steigender Preise in allen Bereichen der Konsumtion.
      Und das Problem Auswärtsfahrten ist angesichts eines unverständlichen Hasses, der einem entgegenschlägt, wohl auch zu relativieren, in Halle z. B. habe ich mich angesichts gewaltbereiter Fans ganz schnell durch die Büsche geschlagen.

  4. „man hat einfach mehr Fussballinteressiertes Publikum das sich das Spiel lieber von der Geraden anschaut…“

    Macht doch auch mehr Spaß wenn man besser sieht. 😉

    „liegt das nun daran das Block A als “neutral” gekennzeichnet wurde?“

    Wer die letzten Heimspiele gesehen hat, der weiß: hier sind höchstens 20% neutral. Meine persönliche Einschätzung.

  5. ich lese hier immer gern, da mir deine schreibe gefällt und du vieles realistisch siehst. Aber soooo positiv (auch wenn ihr den 2 höchsten schnitt der RLN hattet), sehe ich die Zuschauerentwicklung nicht. Das liegt zum einen an den rund 9 tausend fans, die Magdeburg und chemnitz zu euch mit brachten und zum anderen denke ich, das das zentralstadion tatsächlich hauptsächlich durch neugierige, fußballinteressierte leipziger bevölkert wird, denen der verein egal ist. Wie ich darauf komme? Eure Auswärtsfahrer! Ich denke, man kann eine aktzeptanz, bzw eine entwicklung der Fanszene an den Auswärtsfahrern viel eher und besser festmachen, als an den heimzuschauern. Und wenn zum letzten Auswärtsspiel der saison, zum duell der duelle, zu einem, naja, man könne fast sagen, derby, wo es sogar in diesem einen spiel um etwas geht und welches in nur 80 km entfernung an einem samstag nachmittag bei schönstem wetter, statt findet, nur weniger als 100 leipziger auf die beine bringt, dann habt ihr noch einen gaaaanz langen weg vor euch.

    1. Ohne Frage bilden die Auswärtsfahrer den harten Kern eines Vereins und da haben wir sicher noch einen langen Weg vor uns. Nur ist gerade dieser Teil des Publikums seit jeher an andere Vereine gebunden. Bzw. särker gebunden als das „Block-A Publikum“.

      Das sind in diesem Sinne keine Wechselwähler, diese „Kurvenzuschauer“ müssen und werden langsam wachsen. Währedn es das Potenzial für Heimzuschauer in LE schon immer gegeben hat. Da unterscheiden wir uns letztlich auch nicht von anderen Städten.

      Trotzdem gebe ich zu bedenken, dass man bspw. in Kiel auch nicht so viel weniger hingebracht hat als der FCS damals. Was unter den Leipziger Umständen schon recht ansehnlich ist.

  6. Beim Auswärtsspiel des FCS – der am letzten Spieltag schon seit einer gehfühlten halben Saison abgestiegen war – kann ich mich an etwa 250 Chemiker im Auswärtsblock des Holsteinstadions erinnern. Dass RB außerhalb der Leipziger Stadtgrenzen solche Auswärtsfahrer-Zahlen auf die Beine bringt, ist mir tatsächlich neu.

    Mit Ausnahme dieses Spiels wäre ich mit Vergleichen zu den RL-Auswärtsfahrer-Zahlen des FCS allerdings vorsichtiger. Bis 800 RB-Fans an einem Freitagabend nach Essen oder Düsseldorf fahren, muss RB wohl noch ein paar kostenlose Fanbus-Kolonnen organisieren.

    1. Darf ich dich daran erinnern, dass das Hinspiel in Kiel war und nicht das Rückspiel… 250 Chemiker würde ich auch dezent bezweifeln, zumindest legt dies der Bildbeweis nicht nahe:
      Bild 11: http://zeitzer-chemiefans.de.tl/Holstein-Kiel_FC-Sachsen.htm
      z.B. 0:40 / 1:54: [broken Link]

      Wie man sieht war der Rest des Blocks leer bzw. nur mit Polizei gefüllt. Aber wie gesagt, Auswärtsfahrer wachsen nicht auf Bäumen, aber so ca. die Hälfte des FCS Anhangs hat man schon in die Kurve gebracht in Kiel (wobei unsere Ausgangsposition auch nicht berauschend war).

      kleines ps: der Fanbus des FCS war damals auch gesponsort … 😉

  7. @Smarty875: Die Aufteilung A/B stand nicht im Text, ich finde sie aber bemerkenswert.
    @ITwolle: Die „Freikartenlegende“ lässt sich nun einmal nur daran festmachen ob es Freitickets gab. Das es welche gab dürfte doch unstreitig sein, zu welchen Spielen (sicherlich nicht zu Krachern) und wieviele es waren kann nur RB beantworten. Also werden wir es nie erfahren 😉 Nervend sind allerdings die Unter- (es gab nie nie nie welche, alles nur Neider) und Übertreiber (mind. die Hälfte aller Zuschauer kommen gratis rein weil RB keinen interessiert).

  8. @interpreter: Die Verteilung Block A zur Kurve kann man bemerkenswert finden, allerdings würde ich behaupten, dass im Laufe der Saison hier auch eine Verschiebung stattfand, sprich die Kurve einen deutlicheren Zuwachs verzeichnete als Block A. Da muss man nur mal das Chemnitz-Heimspiel vom November mit vergleichsweise dezent gefüllter Kurve und das Sachsenpokal-Finale mit ziemlich ausgelasteter Kurve miteinander vergleichen. Klar, früher beim FC Sachsen im ZS wäre zuerst die Kurve ausverkauft gewesen, aber das ist wohl auch ein Hinweis auf die etwas andere Publikumsstruktur bei RB. Ich würde da Rumpels Anmerkung zustimmen, der ja oben darauf hinweist, dass das klassische Kurvenzielpublikum in Leipzig bereits ’seine‘ Vereine hat. Aber die Entwicklung hin zu einer ‚echten‘ Kurve ist auch bei RB nicht zu negieren.

    Und zu den Auswärtsfahrern (was zugegeben nicht mein Tanzbereich ist): @Drehhut, im Auswärtsspiel in Chemnitz ging es nur für den CFC um etwas. Auch wenn die Auswärtsfahrer bei RB (gerade im Vergleich zum CFC) tendenziell eine eher kleine Gruppe sind (was auch mit dem ganz subjektiven Sicherheitsgefühl zu tun haben mag), ist das Chemnitzer Aufstiegsspiel kein gutes Beispiel, weil ich vermute, dass nicht viele gerne zu einer fremden Aufstiegsparty fahren, die man gerne selber gefeiert hätte. Und da zu diesem Zeitpunkt schon klar war, dass man im Sachsenpokal-Finale noch einmal aufeinander treffen würde, war dieses Auwärtsspiel eben kein Knüller. Ich beispielsweise habe sogar die Berichte darüber soweit möglich tunlichst vermieden, weil ich mir die ultimative (und sicherlich auch irgendwie verdiente) Chemnitz-Lobhudelei nicht antun wollte.

    Und zum Thema Freikarten noch eins: Ich persönlich erinnere mich an das Hertha-Heimspiel, das dank einer Torwand-Aktion auf der Messe eine hohe Anzahl (ich würde im unteren Bereich vierstellig sagen) an Freikarten-Besitzern hatte. Wolfsburg war glaube ich das Spiel, das von einer hohen Anzahl an Erstklässlern (die zum Schulbeginn Karten bekommen hatten) mit Eltern besucht wurde. Ansonsten gab es noch mal eine Aktion, bei der eine Umfrage mit der Verlosung von 100 Freikarten verbunden war und sicherlich auch die Vergabe von Freikarten über Firmen und Geldgeber/ VIPs. Dass die Rückrunde irgendwelchen relevanten Freikarten-Marketing-Geschichten erlebt hätte, wüsste ich nicht. Insgesamt halte ich das Thema Freikarten für überbewertet. Die zwei Spiele, die ich beispielsweise frei besucht habe, hätte ich ansonsten halt bezahlt. Von daher kann man sowieso nicht 1:1 rechnen, dass Freikarte = ‚wär ansonsten nicht gekommen‘ bedeutet.

  9. @ Rumpelstilzchen
    Über das von dir erwähnte Spiel kann ich nichts sagen. Ich meinte das Auswärtsspiel in Kiel am 30. Mai 2004.

    1. Gut, belassen wir es dabei. Wobei ich natürlich das zeitnahste Vergleichsspiel gemeint habe. Aber im Kern ist es natürlich klar, dass Auswärtsfahrer und der Kern des Fanblocks nicht so großen Schwankungen unterliegen wie das Block A Publikum und sie dieser Teil der Fankultur nicht so sprunghaft entwickelt.

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