Wochen(end)splitter V

Auf denn in den letzten Spieltag der zweiten Saison  des Vereins RB Leipzig. Gegner wird heute um 13.30 Uhr der TSV Havelse sein. Für den geht es noch gegen den Abstieg. 3 Punkte und 9 Tore gilt es auf den 1.FC Magdeburg, der zu Hause gegen Holstein Kiel antritt, aufzuholen. Nunja, eine hochspannende Tabellenkonstellation sieht anders aus.

Für RB Leipzig geht es in dem Spiel derweil um nicht mehr viel. Im besten Fall baut man die Heimserie auf neun Siege in Folge aus. Im noch besseren Fall spielen die beteiligten RasenBallsportler ein lockeres Spielchen herunter, verlängern nicht noch die sowieso schon lange Verletztenliste und bestreiten dieserart eine Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen.

Was eine gute Form der Vorbereitung auf das letzte Pflichtspiel der Saison, auf das Sachsenpokal-Finale nächsten Mittwoch gegen den Chemnitzer FC sein dürfte. Der abschließende Höhepunkt der zuweilen etwas unbefriedigenden Saison. Die Chance wenigstens in diesem einen Spiel noch einmal dem sportlichen Krösus der Regionalliga Nord ein Bein zu stellen. Die letzte, bevor sie in die dritte Liga entschwinden, wo sie falls alles schief läuft auf ihr offensives Lebensversicherungstrio Garbuschewski, Förster und auf jeden Fall Löwe verzichten müssen (broken Link). Das wäre heftig und würde die Chemnitzer Träume von weiteren Schritten nach vorn im Profifußball wohl etwas bremsen.

Wer im Spielerkreise noch – vielleicht ja auch aufgrund unklarer Vertragsverhältnisse – ein wenig Motivation braucht für das Sachsenpokal-Finale, nehme sich mal den spöttelnden CFC-Sportdirektor Manfred Kupferschmied zur Hand. Der träumt schon vom baldigen Aufstieg in die zweite Bundesliga und hat dementsprechend in der Freien Presse ein wenig Höhenluft bei der Kaderplanung:

Von RB Leipzig werden wir niemanden verpflichten, denn den RB-Spielern fehlt das Sieger-Gen.

Klar, in Chemnitz sickert langsam der sportliche Erfolg in die Rhetorik ein. Was völlig in Ordnung ist, aber dem einen oder anderen RasenBallsportler vielleicht ja trotzdem einen besonderen Blick auf den kommenden Mittwoch verschafft. Ich für meinen Teil spekuliere übrigens darauf dem Projekt sportliche Replik auf Herrn Kupferschmied vom Block C (Gegengerade) aus zuzusehen. Was bedeutet, dass am besten alle möglichst bald eins, zwei, viele Karten für den Block A kaufen, sodass man sich gezwungen sieht, auch gegenüber aufzumachen. Unwahrscheinlich, ich weiß.

Bei RB Leipzig laufen derweil die Vorbereitungen auf die neue Saison auf Hochtouren. Daniel Rosin erhält nun wohl laut gestriger LVZ doch einen neuen Vertrag, während er vor einer Woche beim Kicker noch als aussortiert galt. Ingo Hertzsch darf sich trotz auslaufendem Vertrag als Spieler der ersten Mannschaft weiterhin über Lohn und Brot bei RB freuen und heuert in der Marketingabteilung des Vereins an. Was gut zu der Meldung passt, dass Alexander Zickler etwas ähnliches beim Leipziger Bruder im Geiste, bei Red Bull Salzburg beginnt. Fußballauthentische Charmeoffensive im PR-Bereich könnte man das ganze nennen.

Ingo Hertzsch wird wohl nebenbei trotzdem noch Fußball spielen. Und zwar bei der zweiten Mannschaft von RB Leipzig. Dass diese die Spielrechtsübertragung vom FC Sachsen nicht in Angriff nimmt [broken Link], hat mich gestern dann doch überrascht. Über die Gründe darf trefflich spekuliert werden. Denkbar, dass absehbar war, dass die Übernahme formal nicht klappen würde, also an der Zustimmung des NOFV scheitern würde. Denkbar, dass man das notwendige Kleingeld nicht bezahlen wollte. Denkbar auch, dass man sich einfach nicht in der Lage sah, bis zur kommenden Spielzeit einen schlagkräftigen Oberliga-Kader aufzustellen. Richtig auf jeden Fall, was man öffentlich dazu verlauten ließ [broken Link]:

Die Ausbildung der Einzelspieler sowie die Entwicklung des Mannschaftsgefüges sollen nachhaltig erfolgen, um die angestrebten sportlichen Aufstiege aus eigener Kraft zu erreichen.

Finde ich eine gute Idee, langsam aus dem eigenen Jugendkader heraus eine schlagkräftige U23 erwachsen zu lassen. Ob diese zukünftig dank Aufstieg sechstklassig (Landesliga) oder dank verpasstem Aufstieg siebtklassig (Bezirksliga) kickt, ist momentan noch offen. Bis zum 18.06.2011 wird man es wissen, denn dann endet die aktuelle Saison für RB Leipzig II in der siebtklassigen Bezirksliga. Dass Ingo Hertzsch noch mal den Leitwolf für die Jungen gibt und dort eventuell nach BILD-Gerüchten vom 26.05.2011 wieder auf den letztjährigen RB-Aufstiegscoach Tino Vogel trifft (wobei das Gerücht durch die Ablehnung der Spielrechtsübernahme hinfällig sein dürfte), ist eine hübsche Pointe der Hertzschen Profi-Karriere, auch wenn er selbst gern noch ein Pacult-Jährchen in der Regionalliga drangehängt hätte.

Im Gegensatz zur Rosinschen und Hertzschen Weiterbeschäftigung ist eine Verpflichtung von Christian Beeck kein Thema. Der wurde in einem Zeitungsbericht ins Spiel gebracht, dem man in jedem Satz anmerkte, dass da krampfhaft versucht wurde, aus nichts eine Story zu machen. Logik: Christian Beeck (ehemalige Teammanger bei Union) ist arbeitslos. RB Leipzig hat derzeit keinen Teammanger/ Sportdirektor oder was auch immer. Beeck kennt sich im Ost-Fußball aus und könnte RB ein Gesicht geben. Beeck hat mal ein Testspiel mit RB Leipzig vereinbart, was dann vom Union-Präsidenten zurückgezogen wurde. Ergo: „Gut möglich, dass der Ex-Eiserne bald wieder mit RB Leipzig einen Ost-Klub in die Erfolgsspur bringt…“ Soso. Vielleicht nicht unbedingt „gut möglich“, aber immerhin eine denkbare Spekulation auf der Basis eines nicht unplausiblen Indizienkonstrukts eines Berliner Journalisten. Und damit aber immer noch extrem weit davon entfernt, dass wie die Unterüberschrift behauptet „Christian Beeck bei RB Leipzig im Gespräch“ sei. Peter Pacult, RB-Neutrainer mag Sportdirektoren bekanntlich sowieso nicht so gern. Wie es mit Teammanagern aussieht, kann ich nicht einschätzen. Ich persönlich würde einen wie den Christian Beeck gerne in Leipzig sehen, selbst wenn er derzeit gar nicht hier im Gespräch ist.

Eventuell tatsächlich in Leipzig sehen wird man nächstes Jahr Babelsberg 03. Beim aktuellen Drittligisten ist derzeit zwischen Insolvenz und Drittligaverbleib offenbar noch alles möglich. Würden sie aus finanziellen Gründen absteigen müssen, würden sie RW Ahlen folgen, die bereits nach Insolvenz zwangsabsteigen müssen. Nutznießer dessen war der sportliche Absteiger Wacker Burghausen. Rutscht Babelsberg auch noch raus, würde Werder Bremen II davon profitieren, die dann auch RB Leipzig in der neuen Saison in der Regionalliga erspart blieben. Was sportlich für RB sicherlich nicht nachteilig wäre. Einen Insolvenzabsturz wünsche ich den Babelsbergern deshalb noch lange nicht an den Hals.

Nachdem in den vergangenen Jahren eher die Regionalliga mit Klubs in finanziellen Schieflagen aufwartete, ist nun offenbar die dritte Liga dran. Mit Koblenz, Jena, Unterhaching, Oberhausen oder Bielefeld stehen eine ganze Reihe von Vereinen bereit, die auch schnell wieder in die negativen Schlagzeilen kommen können. In Liga 3 könnte so die skurrile Situation eintreten, die letztes Jahr bereits die Regionalliga ereilte. Damals stieg in der Weststaffel keines der sportlich abgestiegenen Teams ab, weil insgesamt gleich drei Vereine die Regionalliga-Segel aus finanziellen Gründen streichen mussten. Und auch in der Staffel Süd stieg damals nur ein Team aus sportlichen Gründen ab. Dies Jahr scheint es die dritte Liga zu erwischen und ein bisschen fühlt sich das an wie bei der Tour de France, wo der Sieger auch erst nach der Auswertung der Dopingproben, weit nach Abschluss des sportlichen Wettbewerbs feststeht.

Wer der Sieger im Fernduell Bayern, Schalke, Neuer sein wird, steht derweil noch nicht fest. Überrascht hat wohl die Mehrheit der Fußball-Hobbyexperten zu Kenntnis genommen, dass Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Tönnies Manuel Neuer doch noch vom Verbleib auf Schalke überzeugen wollte. Deutlich erhöhte Bezüge, Verpflichtung zusätzlicher Stars, um die sportlichen Ambitionen Neuers zu befriedigen. Da hatte wohl jemand dank neuer Gazprom-Millionen etwas Höhe? Nur mal zur Erinnerung. Tönnies entließ Schalke-Trainer Magath nach gewonnenem Champions League Achtelfinale so ich mich recht erinnere unter anderem mit der Begründung, dessen Arbeit würde die Lizenz gefährden. Kurze Zeit darauf erhielt Schalke die Bundesliga-Lizenz ohne Auflagen. Im Gegensatz zum Vorjahr. Und nun soll plötzlich sogar wieder Geld für spektakuläre Transfers da sein? Geld, um das man vor der letzten Saison noch hart und öffentlich gerungen hatte? Geld, dass es zum Zeitpunkt der Entlassung Magaths noch ganz und gar nicht gab? Man muss bei Boulevardberichten sicherlich immer einen Faktor x abziehen, aber die Tendenz der neuen Schalker Lust am Geld ausgeben, ist schon erstaunlich, nachdem man sich vor kurzem noch ein stärkeres Maß an Zurückhaltung auferlegt hatte. Nun ja.

Zurückhaltung sollte nicht das RB-Thema der nächsten Tage sein. Schließlich steht der Kampf um den Sachsenpokal und die DFB-Pokalqualifikation auf dem Programm. Ich wünsche viel Spaß mit den letzten Stunden der Saison und Tomas Oral wünsche ich einen würdigen Abschied aus Leipzig.

PS: Empfohlen seien hier und heute auch die Spiele des Nachwuchses, wo es für die U17 (B-Jugend) im Spiel gegen Lok Leipzig um den möglichen Aufstieg in die Bundesliga geht. Alles weitere an Informationen gibt es bei den wie immer nachwuchstechnisch sehr gut aufgestellten Nachbarn von rb-fans.de [broken Link].

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5 Gedanken zu „Wochen(end)splitter V“

  1. Lieber Rotebrauseblogger!

    Du schröbest hier in feinster Weise:
    „Die letzte, bevor sie in die dritte Liga entschwinden, wo sie falls alles schief läuft auf ihr offensives Lebensversicherungstrio Garbuschewski, Förster und auf jeden Fall Löwe verzichten müssen. Das wäre heftig und würde die Chemnitzer Träume von weiteren Schritten nach vorn im Profifußball wohl etwas bremsen.“

    Das sehe ich anders, erstens sind noch nicht alle weg ….. und zweitens ist auch schon für adäquaten Ersatz gesorgt! Sicher muss man erst sehen wie Aydemir und Henning einschlagen ABER Schlechte sind Sie sicher nicht!

    Ich persönlich würde begrüßen, wenn Förster und Garbuschewski bleiben, wobei Letzterer bei den Fans noch nicht einmal unumstritten ist, sollten Sie allerdings wirklich gehen ist das sicher schmerzhaft aber nicht der Untergang der 3.Liga Ambitionen.

    Weiter merkst du an:

    „Wer im Spielerkreise noch – vielleicht ja auch aufgrund unklarer Vertragsverhältnisse – ein wenig Motivation braucht für das Sachsenpokal-Finale, nehme sich mal den spöttelnden CFC-Sportdirektor Manfred Kupferschmied zur Hand. Der träumt schon vom baldigen Aufstieg in die zweite Bundesliga und hat dementsprechend in der Freien Presse ein wenig Höhenluft bei der Kaderplanung:

    Von RB Leipzig werden wir niemanden verpflichten, denn den RB-Spielern fehlt das Sieger-Gen.

    Klar, in Chemnitz sickert langsam der sportliche Erfolg in die Rhetorik ein. Was völlig in Ordnung ist, aber dem einen oder anderen RasenBallsportler vielleicht ja trotzdem einen besonderen Blick auf den kommenden Mittwoch verschafft.“

    Okay, aber dieser Seitenhieb musste mal sein, besonders im Hinblick auf die äußerst suboptimalen bis schon wunderlichen Äußerungen des Herrn Oral. Ich erinnere hier gern an die „halbe Chance“ im Hinrundenspiel gegen Chemnitz oder die „Meistermacher“ Sprüche für den VfL Wolfsburg.

    Noch eine Anmerkung zu Babelsberg, wenn Sie die Linzenz für die 3.Liga nicht bekommen werden Sie wohl gleich in die Oberliga entschwinden…. denke ich!

    Also, dann freue ich mich auf den Mittwoch und verbleibe mit freundlichen Wochendgrüßen

    Tom Read

  2. Falls der CFC tatsächlich alle drei verliert und zumindest Garbuschewski WILL weg und an Förster soll Nürnberg Interesse haben, dann stehen sie vor dem Problem einen essenziellen Mannschaftsteil für den aktuellen Erfolg neu aufbauen und einspielen zu müssen. Kann gut gehen (gerade bei Schädlich), muss es aber nicht.

    Klar darf der Herr Kupferschmied seitenhieben. Falls das als besondere Motivationsspritze für die RasenBallsportler dient, dann sogar sehr gern..

    Und bei Babelsberg ist wohl derzeit alles denkbar. Das letzte, was ich gelesen habe, war, dass man mit Hilfe der Stadt zumindest die Regionalliga sichern möchte. Mal sehen.

    Freundliche Wochenendgrüße zurück ins wieder mal siegreiche Chemnitzer Lager..

    1. Nur ganz kurz …. der Benjamin Förster hat verlängert, die Träume können weiter geträumt werden!

      Freue mich auf das Spiel heute!

  3. ,,und nun bleibt auch noch der Garbuschewski…..

    Es darf weiter geträumt werden.

    Grüße aus Chemnitz!

  4. Glückwunsch zum Verbleib der beiden. Hätte man beim Wttbüro sicher ein paar Euro gekriegt, wenn man darauf gewettet hätte..

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