Transfergerüchte: Möckel, Orlishausen, Feick, Yelen

Die Saison neigt sich langsam dem Ende zu und dementsprechend wird auch das Aufkommen von Transfergerüchten dichter. Vieles davon dürfte sich am Ende als Unsinn entpuppen, aber die Spekulationen über das Gesicht des zukünftigen Kaders, den diverse Korsettstangen (Müller, Kläsener, Hertzsch und eventuell auch Frommer) der letzten zwei Jahre bei RB Leipzig verlassen dürften, machen ja irgendwie auch Spaß. Deshalb hier und heute ein bisschen Futter:

Jens Möckel (Quelle: Thüringische Landeszeitung vom 17.04.2011): Jens Möckel ist in Leipzig ein alter Bekannter. Bis 2008 spielte der heute 23jährige beim FC Sachsen Leipzig, bevor er zu Rot-Weiß Erfurt wechselte. Dort schlug er das Angebot für einen neuen Vertrag aus und wird den Verein im Sommer verlassen. Wohin die Reise geht, ist derzeit noch Spekulation. Wie bei wohl allen Spielern ohne Vertrag und aus der Region wird auch RB Leipzig ins Spiel gebracht. Jens Möckel ist ein Innenverteidiger, der mich in seiner Art immer ein wenig an Per Mertesacker erinnerte. Hervorstechendes Merkmal Möckels war in seiner bisherigen Karriere die Fähigkeit, sich gegen starke Konkurrenz ins Team zu kämpfen und an seinen Aufgaben zu wachsen, sich stetig zu verbessern und darauf aufbauend auch Führungsverantwortung zu übernehmen. Für mich war Möckel zu seiner Zeit beim FC Sachsen neben Timo Breitkopf  (und mit Abstrichen auch Ronny Garbuschewski) das größte Talent des Vereins. Timo Breitkopf hat relativ wenig draus gemacht und steht derzeit mit Germania Halberstadt vor dem Regionalliga-Aufstieg. Timo Möckel hingegen hat die Herausforderung des Sprungs in die dritte Liga angenommen und gemeistert. Das sagt viel über seine Qualitäten aus. Mit denen passt er meiner Meinung nach sehr gut zu RB Leipzig. Was für das Gerücht spricht, ist die Tatsache, dass Möckel 2008 (zumindest in meiner Erinnerung) ungern aus Leipzig weggegangen ist. Was dagegen spricht, ist die Tatsache, dass für Möckel derzeit eigentlich der nächste Karriereschritt anstünde. Und der heißt ganz klar zweite Liga. Kaum vorstellbar, dass er sich noch mal den Umweg über die Regionalliga antut. Manko des Möckelschen Spiels ist ganz klar seine schon immer gepflegte Gelbaffinität. Mit 13 gelben Karten ist er auch diese Saison gut dabei. Nur in seiner ersten Saison in Erfurt landete er unter der Grenze von 10, bei allerdings auch gleich zwei Roten Karten. Entsprechende Spielsperren inklusive. Fazit: Jens Möckel wäre ein absoluter Traumzugang, den ich schon vor der Saison nach Leipzig schreiben wollte. Jung, lernwillig, guter Typ. Dass er tatsächlich zu RB Leipzig runterwechselt, halte ich trotzdem für absolut unwahrscheinlich.

Dirk Orlishausen (Quelle: Thüringer Landeszeitung vom 17.04.2011): Nicht abebben wollen auch die Gerüchte um einen Wechsel des Torwarts von Rot-Weiß Erfurt zu RB Leipzig, auch wenn dieser das ganze bereits mit den Worten „Das war nie ein Thema“ dementierte. Ehrlich gesagt kann ich mir das auch nicht vorstellen. Orlishausen ist ein guter Drittligatorwart mit leichten Ambitionen Richtung Liga 2. In meiner Erinnerung auch immer mal gut für einen kleineren Aussetzer. Eine Verbesserung zu Sven Neuhaus, aktueller Nummer 1 bei RB Leipzig mit auslaufendem Vertrag sehe ich nicht wirklich. Neuhaus kann noch locker zwei, drei oder gar vier Jahre spielen. Somit besteht eigentlich keine Veranlassung ihn durch einen Keeper zu ersetzen, der auch nicht unbedingt besser ist als er. Außer Neuhaus würde sich in Bezug auf eine Vertragsverlängerung zieren oder ums Geld pokern. Dann würde aber wiederum in Betracht kommen, dass man sich kaum vorstellen kann, dass Orlishausen SEINEN Verein Rot-Weiß Erfurt, für den er seit 2005 aufläuft ausgerechnet für einen Job in der Regionalliga verlässt. Fazit: in allen Belangen ein unglaubwürdiges Gerücht.

Arne Feick (Quelle: Neue Westfälische [broken Link] vom 09.04.2011): Gegenüber den zwei Erfurtern noch einmal eine ganz andere Hausnummer. Transfermarkt.de gibt den Marktwert derzeit mit 1.000.000 Euro an. Das sagt bereits viel über das Kaliber des jungen Mannes (23). Derzeit spielt er noch als Stammspieler beim Zweitligaabsteiger Arminia Bielefeld, den er zum Saisonende ablösefrei verlassen kann. Feick ist ehemaliger Juniorennationalspieler, spielte 1.Liga in Cottbus, 2.Liga in Bielefeld und 3.Liga in Aue. In Cottbus scheiterte er, weil man zu jener Zeit noch nicht so recht auf den eigenen Nachwuchs vertraute. Feick ist Linksverteidiger, also besetzt eine der Positionen, die bei RB Leipzig für die neue Saison durch den Abgang von Lars Müller definitiv einen neuen Leistungsträger vertragen kann. Feick passt auch absolut in das Anforderungsprofil bei RB Leipzig. Jung, talentiert, entwicklungsfähig und als gebürtiger Berliner und Ex-Cottbusser auch irgendwie aus der weiteren Region. Als Spieler für mich nicht einschätzbar, da ich mich nicht erinnern kann, ihn mal gesehen zu haben. Fazit: Feick wäre wohl der ganz große Wurf auf der Linksverteidigerposition und ein toller Baustein für den RB-Kader. Schwer vorstellbar aber, dass er keine Zweitligaangebote kriegt. Wenn er welche kriegt, dann dürfte er wohl auch in der alten Spielklasse bleiben. Wenn nicht, dann ist der Sprung von der dritten in die Regionalliga durchaus vorstellbar.

Neben neuen Gerüchten hat sich auch eines zerschlagen, nämlich das um Zafer Yelen. Der war kürzlich nach einer sportlich verlorenen Zeit in der türkischen, ersten Liga zum Probetraining bei RB Leipzig. Vorgestern wies Yelen aber im Kicker ein Interesse an einer Beschäftigung in der Regionalliga weit von sich: „Leipzig ist nichts für mich, das wäre ein Schritt nach unten.“ Er wolle mindestens zweite Bundesliga spielen. Reisende soll man nicht aufhalten. Sagt man. Spieler, die keinen Bock auf Regionalliga haben, sollte man nächste Saison sowieso nicht allzu viele im Kader haben bei RB Leipzig. Von daher, viel Glück in der Bundesliga.

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4 Gedanken zu „Transfergerüchte: Möckel, Orlishausen, Feick, Yelen“

  1. tja, nun hat man offiziell verkündet, dass die neue Saison ohne Tomas Oral stattfinden wird. Mal sehen ob der neue Trainer rechtzeitig kommt um den Kader der nächsten Spielzeit mit zusammen setzen zu können.

  2. ja, orlishausen und feick wären geil. ich halte beide aber auch für nicht sooo realistisch. feick hat damals in aue ne große saison gespielt.
    wird wohl außer am geld wohl auch an der handschrift des neuen trainers liegen, wer kommt.
    schade, dass dein schreiben pro oral nicht geholfen hat. und irgendwie auch nicht ganz sauber, dass gerade am tag eines pokal-viertelfinals so eine entscheidung mitgeteilt wurde.

  3. Orlishausen würde ich weiterhin für einen nicht zielführenden Transfer halten. Nicht besser als Neuhaus und aufgrund des Alters auch kaum Perspektive (in Bezug auf Entwicklung).

    Meine Argumente waren ja nie wirklich Pr-Oral, sondern vor allem pro vernünftigem, respektvollem Umgang mit ihm. Die Entscheidung so zu treffen, wie sie getroffen wurde, ist völlig in Ordnung und nachvollziehbar. Und dass es nach so einem Pokalspiel und der Tatsache, dass das nächste gegen Dynamo noch mindestens drei Wochen hin ist, verkündet wurde, ist auch völlig ok. Bleibt bloß zu hoffen, dass die gesamte Mannschaft von den Debatten um Oral befreit, die letzten Wochen erfolgreich in Angriff nimmt. Mal schauen, den Gesetzen des Marktes folgend, ist es natürlich auch denkbar, dass bereits gegen Dresden jemand neues auf der Bank sitzt. Ich würde Tomas Oral hingegen einen vernünftigen und erfolgreichen Saisonabschluss wünschen.

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