Kaderschmiede 2011

Langsam lässt sich die Zeit bis zum Rückrundenauftakt in Hannover in Stunden bemessen. Deshalb wird es allerhöchste Zeit einen kurzen Blick auf den aktuellen Kader und sein Potenzial zu werfen. Das letzte mal machte ich das vor der Saison und zwar hier. Im Vergleich dazu hat sich der Kader nominell kaum verändert, aber in der Rückrundenvorbereitung wurden offenbar einige Spieler in Bezug auf ihre Spielposition herumgeschoben. Die Zuordnung zu den einzelnen Mannschaftsteilen ist somit teilweise arg spekulativ oder gar willkürlich.

  • Tor: Neuhaus, Bellot, Gäng

Die klare Nummer 1 der Vorrunde war Sven Neuhaus, der keine einzige Spielminute verpasste. Gäng und Bellott dürften derzeit nicht mal als Herausforderer im Klinsmannschen Sinne gesehen werden. Sven Neuhaus verbrachte insgesamt eine ruhige Vorrunde. 12 Gegentore in 16 Spielen zeugen von einer ordentlichen Defensivleistung des Teams. Und auch wenn Neuhaus sicherlich keine überragende Vorrunde gespielt hat und auch wenn einem seine oft arg behäbige Spieleröffnung gelegentlich ganz schön nervt, waren seine Leistungen insgesamt absolut solide bis ordentliche. Was man in der Rückrunde wohl auch mindestens von ihm erwarten kann.

  • Verteidigung: Hertzsch, Kläsener, Rosin, Buszkowiak

In der Inneverteidigung scheinen – so verhieß es die Zeit im Trainingslager in der Türkei – Hertzsch und Kläsener gesetzt (wenn Hertzsch nicht wie zur Zeit an unangenehmen Magen-Darm-Geschichten laboriert). Ingo Hertzsch war zu Beginn der Saison aus der Stammelf draußen und rutschte nach zwei dürftigen RasenBallsport-Auftaktspielen ins Team, wo er bis Spieltag 10 den Innenverteidiger neben Tim Sebastian geben durfte. Bis zur Halbserie kamen noch 3 Spiele dazu, allesamt auf der Rechtsverteidigerposition. Bei Ingo Hertzsch ist es ein bisschen wie bei Michael Ballack. Vielleicht ist er nicht mehr auf Karriere-Top-Level, aber seine Ausstrahlung auf dem Platz ist phänomenal und zeigt deutlich, warum Hertzsch als so etwas wie der Kapitän der Herzen gilt. Auf der Rechtsverteidigerposition sieht Ingo Hertzsch allerdings nicht sonderlich gut aus. Hier kommen vor allem seine Schwächen (zu langsam, für den Spielaufbau technisch zu schwach) zum Tragen und nicht seine Stärken im In-Fight. Wenn Hertzsch, dann Innenverteidigung kann die logische Formel deswegen nur heißen.

Genauso viele Spiele wie Hertzsch absolvierte Thomas Kläsener in der Hinserie, nämlich 11. Nach Spieltag 2 wurde er zum Opfer des schlechten Saisonstarts und rutschte aus der Mannschaft. Sieht man von ein paar Einwechslungen ab dauerte es bis zum 11. Spieltag, bis Kläsener wieder ins Team rutschte. Ab dem da stattfindenden Spiel in Plauen war Thomas Kläsener allerdings gesetzt in der RasenBallsport-Innenverteidigung. Kläsener ist und bleibt der komplettere Innenverteidiger im Vergleich zu Hertzsch. Hinsichtlich seiner Rolle im Team von RB Leipzig, hinsichtlich seiner Ausstrahlung bleibt er aber deutlich hinter Hertzsch zurück. Solange die Situation also Kläsener und Hertzsch heißt, super. Läuft es jedoch wieder mal auf ein Kläsener oder Hertzsch hinaus, dann wird die Entscheidung schon schwierig.

Daniel Rosin spielte in der Vorbereitung die Ersatzkraft in der Innenverteidigung. Aufgrund seiner Vielseitigkeit ist er gleichermaßen Backup fürs defensive Mittelfeld, insbesondere für Timo Rost. Rosin ist auf beiden Positionen nicht überragend, aber eine sichere Bank. Als Innenverteidiger bringt er zusätzliche Qualitäten für den Spielaufbau mit, die das Team durchaus brauchen kann. 10 Spiele absolvierte Rosin in der Hinrunde von Beginn an. Allesamt im defensiven Mittelfeld, wenn ich mich recht erinnere. Mir gefiel er dort gar nicht schlecht, aber offenbar sieht ihn Tomas Oral derzeit eher weiter hinten. Was gar nicht mal unplausibel ist, wenn man das (Über-)Agebot im Mittelfeld in Betracht zieht.

Der 19jährige Matthias Buszkowiak ist derzeit noch ohne Berufung in den RasenBallsport-Kader. Sieht nicht so aus, als sollte sich das bald ändern.

  • Rechts: Sebastian, Albert, Kammlott, Ismaili

Rechts hinten scheint derzeit Tim Sebastian als Stammkraft übernommen zu haben. Was ihm eine Parallele zum Nationalmannschafts- und Bayern-Lahm einbringt, der ja auch als Rechtsverteidiger den Kapitän geben darf. Tim Sebastian fiel in der Hinrunde, in der er ohne auch nur eine Mintute zu versäumen meist Innenverteidiger spielte, nicht sonderlich positiv auf. Defensiv immer mindestens solide spielte er offensiv auffällig viele Bälle in die Beine des Gegners. Da ist noch Luft nach oben und gerade als Rechtsverteidiger wäre ein bissel Ballbeherrschung eine nette Sache.

Da Sebastian zum Rückrundenauftakt noch gesperrt ist und die mögliche Alternative Hertzsch wohl ausfällt, könnte der eigentliche  Backup für Tim Sebastian, nämlich Sebastian Albert zum Zuge kommen. Was eine Premiere ist, denn in der Hinrunde hat er ohne jegliche Einsatzzeit meist auf der Bank gesessen. Deswegen ist Albert in seinem Leistungsstand auch schwer einzuschätzen.

Im rechten Mittelfeld oder eher als rechter Flügelstürmer wurde in der Vorbereitung Carsten Kammlott eingespielt. Schnell, dribbel- und einsatzstark, Zug zum Tor, die Idee Kammlott auf den Flügel zu schicken, scheint mir eine gute und war ja auch bereits Teil der 4-3-3-Versuche in der Hinrunde. Apropos Hinrunde, da spielte sich der mit großen Hoffnungen verpflichtete Kammlott erst aus dem Team und später wieder rein. Spieltag 12 brachte ihm sein erstes Saisontor und dadurch den Verlust des Bartes. Und gegen Meuselwitz am 14. Spieltag zeigte er sein bestes Saisonspiel, das er mit 1 Tor und 1 Vorlage krönte. Kammlott auf rechts? Prima.

Hinter Kammlott scharrt Ismaili mit den Füßen. Der durfte in der Hinrunde insgesamt 12 Spiele über 90 Minuten, allesamt auf der Rechtsverteidigerposition (angesichts der Ausfälle natürlich könnte er dies in Hannover auch wieder tun) bestreiten. Dann war er plötzlich und unerwartet weg vom Fenster und tauchte in der Vorbereitung als Option für das rechte Mittelfeld wieder auf. Nicht die schlechteste Idee, bedenkt man das gelegentliche defensive Harakiri Ismailis. Mit Kammlott und Ismaili streiten sich die Plätze 2 und 3 der Wahl der RasenBallsport-Anhänger zum Spieler der Hinrunde [broken Link] um den Platz im rechten Mittelfeld. Interessanter Konkurrenzkampf.

  • Links: Müller, Franke, Schinke, Geißler

Links hinten ist Lars Müller gesetzt. Alle Spiele über 90 Minuten, die Einsatzzeiten der Hinrunde sind deutliches Zeichen dafür, dass es zu ihm keine Alternativen im RasenBallsport-Kader gibt. Lars Müller gehörte in der Hinrunde immer zu den verlässlichsten. Auch er ist wie Hertzsch nicht mehr der Jüngste, Dynamik und spielerische Qualitäten hat er aber immer noch. Lars Müller ist sicherlich defensiv und offensiv die beste Besetzung, die man sich auf der Linksverteidigerposition bei RasenBallsport Leipzig wünschen kann.

Backup für Lars Müller ist Fabian Franke, ein ähnlich unbeschriebenes Blatt wie Sebastian Albert auf der rechten Seite. Keine Einsatzzeit bisher. Wenn dann ein Platz auf der Bank. Perspektive unklar.

In die Stammelf hat sich in der Vorbereitung Paul Schinke gespielt. In der Hinrunde mit gerade mal 3 Spielen und insgesamt 84 Minuten Einsatzzeit maximal Ergänzungsspieler, wird sich jetzt zeigen, inwieweit seine Dynamik und körperliche Robustheit dem Spiel der RasenBallsportler gut tut. Ich freu mich drauf.

Tom Geißler hat eine sehr unglückliche Hinrunde gespielt. Was auch daran liegen könnte, dass er nie auf irgendeiner Position ankommen durfte. Linker Mittelfeldspieler, defensiver Mittelfeldspieler, offensiver Mittelfeldspieler. Im Angebot war alles und das ist ja bekanntlich manchmal nichts. Im Moment sieht ihn Tomas Oral offenbar auf der linken Seite. Wenn der Trainer sich dazu entschließt, daran festzuhalten, dann wäre für alle Beteiligten schon mal viel gewonnen. Und Tom Geißler bleibt weiterhin zu wünschen, dass er bei RasenBallsport Leipzig ein größeres Glück findet als in der Hinserie.

  • Zentral: Rost, Baier, Laas, Rockenbach, Watzka

In der defensiven Mittelfeldzentrale dürfte wie schon in der Hinserie Timo Rost gesetz sein. Und das ist gut so, hat doch Timo Rost weiterhin absolut hohe, sportliche Qualitäten. In der Hinrunde sah er oft auch unglücklich aus, weil er Dinge machen musste, die er nicht kann. Bälle schleppen und verteilen, schnell in die Spitze spielen zum Beispiel. Bei Konzentration auf das Kerngeschäft ist Rost absolut unverzichtbar im RasenBallsport-Mittelfeld.

Neben und mit Rost scheint sich Benjamin Baier in die Stammelf gespielt zu haben. In der Hinserie gerade mal 4 Spiele von Beginn an, keines über 90 Minuten, beim Aufwärtsauftritt in Braunschweig mit erschreckenden Defiziten in Bezug auf die körperliche Robustheit, gegen Herthas U23 mit großem Offensivpotenzial. Dass Baier jetzt offenbar einen Platz im defensiven Mittelfeld neben Rost sicher hat, überrascht. Ich bin da vorsichtig skeptisch und hoffe, ich komme noch dazu, das im ersten Heimspiel mal selbst unter die Lupe zu nehmen.

Alexander Laas scheint die erste Alternative zu Daniel Baier zu sein. Ich persönlich halte Alexander Laas für den meistunterschätzten Spieler bei RasenBallsport Leipzig und wünschte mir, dass Laas mal ein paar Spiele am Stück auf der selben Position kriegt. Die Mischung aus Offensive und robuster Defensive, die er gegen Chemnitz zeigte (wenn auch im linken Mittelfeld) macht jedenfalls Mut, dass er für das defensive Mittelfeld eine ordentliche Besetzung wäre.

Thiago Rockenbach ist der einzige Neuzugang der Winterpause und ersetzt quasi 1:1 den aus disziplinarischen Gründen nach Kapfenberg verliehenen Steven Lewerenz auf der Position hinter den Spitzen. Rockenbach hatte eine große Zeit in Erfurt in Liga 3 und scheiterte in Düsseldorf. Wie er sich bei RasenBallsport Leipzig einfügt und ob er die hohen Erwartungen, er möge Spielkultur in die Red Bull Arena einziehen lassen, erfüllen kann, ist eine völlig offene Frage. Ich freue mich auf Thiago Rockenbach, eine Messias-Funktion erwarte ich mir nicht. Soll das RasenBallsport-Spiel erfolgreicher werden als in der Hinrunde, dann sind andere Stellschrauben jedenfalls wichtiger als diese Personalie.

Maximilian Watzka agierte in der Hinrunde vor allem im rechten Mittelfeld. 8 mal lief er von Beginn an auf, 5 mal reichte es für 90 Minuten. Nun scheint er in die offensive Mittelfeldzentrale verschoben worden zu sein. Ob Watzka dort glücklicher wird, wage ich zu bezweifeln. Hinter Rockenbach auf Einsätze zu warten, dürfte nach menschlichem Ermessen eine höchst undankbare Aufgabe sein.

  • Sturm: Frahn, Frommer, Kutschke, van den Bosch

5 Tore, 5 Vorlagen in 16 Spielen. Daniel Frahn war keine unauffällige Spielerpersönlichkeit in der Hinrunde. Trotzdem wechselte er öfters von der Startelf zum Einwechselspieler und zurück. Nun scheint er seinen Platz als alleinige Spitze sicher zu haben. Was ihm hoffentlich gut tut. Wenn er die großartige Leistung aus dem Wilhelmshaven-Spiel auch nur annähernd über einen längeren Zeitraum wiederholen könnte, dann kann er zu einem ganz entscheidenden Faktor im RasenBallsport-Spiel werden. Ich drücke jedenfalls die Daumen, mir ist Frahns Spielweise höchst sympathisch

Hinter Frahn lauert derzeit Stefan Kutschke. Das war vor einem Jahr in Babelsberg die selbe Situation. Ob Kutschke damit sonderlich zufrieden ist, ist nicht überliefert. Dass er auch bei RasenBallsport Leipzig wenig Chancen hat, an Frahn vorbeizurücken, scheint aber auf der Hand zu liegen. In der Hinrunde war er zwischendurch nah dran am Stammspieler, kam dann aber doch nicht über die Rolle des Ersatzmanns hinaus. Kein Tor, zwei Vorlagen sind auch nicht unbedingt beeindruckende Statistiken.

Nico Frommer ist derzeit der Unglücksrabe schlechthin. In der Hinrunde weitestgehend Stammspieler. Mit 7 Toren der Top-Torjäger, dazu Spieler der Hinrunde [broken Link] bei RasenBallsport Leipzig. Doch derzeit geht aufgrund einer langwierigen Verletzung nichts. Und wenn man die Verlautbarungen so hört, dürfte sich daran auf absehbare zeit auch nichts ändern. Und dann muss er sich erst wieder ans Team rankämpfen. Auch wenn ich Daniel Frahn als Stürmertyp gerade in einem 1-Mann-Sturm präferiere, die Verletzung Frommers ist bitter. Erstens für ihn selbst und zweitens für die Qualität des RasenBallsport-Kaders.

Richard van den Bosch in der Hinrunde ohne jegliche Kadernominierung. daran dürfte sich für den A-Jugendlichen auch in der Rückrunde wenig ändern.

Beim Blick auf den gesamten Kader bleibe ich bei dem, was ich schon vor der Saison gesagt habe:

Der Kader ist sinnvoll zusammengestellt und flexibel einsetzbar. (hier)

Alle Positionen sind doppelt besetzt mit ausreichender Klasse und teilweise großem Potenzial. Die Vorbereitung scheint darauf hinzuweisen, dass der Trainer in der Hinrunde Ideen von seinem Kader entwickelt hat, die er nun versucht, gewinnbringend einzusetzen. Wie das ausgeht und ob er seinen Spielern ein eingespieltes Spielsystem vermitteln konnte, bleibt vorerst nicht zu beantworten. Ich finde die derzeit wahrscheinlichste Startaufstellung (wenn denn alle fit und dabei sind) jedenfalls schon mal schick:

Neuhaus – Sebastian, Hertzsch, Kläsener, Müller – Rost, Baier (Laas) – Kammlott, Rockenbach, Schinke – Frahn

Auffällig die Dino-Abwehr, in der Tim Sebastian mit seinen 27 Jahren schon fast ein Jungspund ist gegen zwei 34jährige und einen 33jährigen. Davor geht es (bis auf Rost) eher jung und zukunftsfähig zu. Ich weiß, vor der Saison hat man ähnlich gedacht, aber wenn sich das, was die Aufstellung verspricht nur halbwegs auf dem Platz umsetzt, kann man sich auf die Rückrunde freuen. Ob das letztlich noch für Platz 1 reicht, bleibt zweifelhaft. Trotzdem verspricht das 4-5-1, das auch gut als 4-3-3 interpretiert werden kann und seine personell ausgewogene Besetzung einen deutlichen Leistungssprung im Vergleich zur Hinrunde.

Bleibt nur noch einen Abgang zu verabschieden. Patrick Bick wechselte in der Winterpause zum SSV Markranstädt. Das Verhätnis zu Tomas Oral war offenbar nicht mehr zu kitten. Von seinen Qualitäten her, hätte er weiterhin gut in den Kader gepasst. Zu ändern ist es aber nicht, dass Bick und Oral nur wenig Verständnis füreinander eintwickeln konnten. Und an der hohen Qualität des Kaders ändert der Abgang letztlich nicht viel. Viel Glück in Markranstädt, Patrick Bick.

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6 Gedanken zu „Kaderschmiede 2011“

  1. Zur RV Situation: Ich bin geneigt dem Kapitän dort mal einen Versuch zuzugestehen (bleibt ja sowieso nichts anderes übrig), zumal er im Training (soweit beobachtet) auch ganz solide nach vorne gespielt hat und die ein, oder andere Flanke durchbrachte. Trotzdem bin ich mir nicht sicher ob die Methusalemabwehr gegen junge Truppen der rechte Ansatz ist, die SPiele werden es zeigen müssen.

    Zwei Anmerkungen:
    „Was eine Premiere ist, denn in der Hinrunde hat er ohne jegliche Einsatzzeit meist auf der Bank gesessen.“
    – Nicht mal das, tatsächlich hat es sogar nur zu zwei Bankdrückereinsätzen gereicht (Wölfe, Plauen), wo er quasi die jeweils freigewordenen Plätze von Rosin (verletzt) und Ismaili (rausrotiert) einnahm.

    „Kutschke … Kein Tor, zwei Vorlagen sind auch nicht unbedingt beeindruckende Statistiken.“
    – Wobei man nicht vergessen darf, dass er als es lief auch quasi nie mehr als 10-15 Minuten ran durfte und die Mannschaft wahrlich nicht für die Betriebsamkeit in der Schlussviertelstunde (nur 4 Tore, wobei er davon eins vorbereitete und bei zweien nicht auf dem Platz stand) bekannt ist (könnte man natürlich zum Teil auch ihm anlasten). In seinen drei Glanzspielen (3.-5.) war er fanbewertet: Bester, Bester mit Laas, Zweitbester nach Frahn. Die durchschnittliche Leistung gegen den HSV und der hohe Konkurrenzdruck (+ Frommers Stammplatz) haben danach für Einsatzebbe gesorgt. Fazit, gemessen an der Einsatzzeit sind zwei Vorlagen nicht so schlecht.

  2. Danke für den ausführlichen Überblick. Für einen Exil-Leipziger wie mich, der bestenfalls mal Ausschnitte im MDR sehen kann, sind die Spielerleistungen kaum zu beurteilen und wenn ich eins gelernt habe, dann nicht auf Kommentator-Noten zu vertrauen.
    Wäre schön, wenn Du auch mal das ein oder andere Wort über hoffnungsvolle Talente aus der II. und A-Jugend verlieren könntest, oder tut sich da gar nichts?

  3. @Peter: Ähm, A-Jugend und U23 sind definitiv nicht die Bereiche, in denen ich größere Ahnung habe. Da gibt es gerade im entsprechenden rb-fans.de-Forum ganz andere Experten. Aus meiner bescheidenen Sicht würde ich behaupten, dass das Nachwuchsausbildungssystem gerade erst anläuft und Früchte aus diesem wohl erst in einigen Jahren reif sind. Die U23 könnte man zudem derzeit getrost als Platzhalter für den zukünftigen Nachwuchs bezeichnen. Da spielen einige Spieler mit viel Erfahrung im Bezirk und im Land, aber ohne eigene Perspektive nach oben. Mit ihnen soll die 2. Mannschaft möglichst aufsteigen, dann wär man immerhin schon in der 6.Liga, also in der Landesliga. Talente in der 2.Mannschaft gibt es keine, die nicht eigentlich zum Kader der 1.Mannschaft gehören würden.

    @Rumpelstilzchen: Ach ja, der Albert. Das gute an solchen Sachen ist, dass ich mich darauf verlassen kann, dass ich solche Details aus dem (oft fehlerhaften) Gedächtnis runterschreibe und dann kommst Du und korrigierst die Details. Super Arbeitsteilung. 😉 Und zum Kutscke: man kann die Zahlen sicherlich auch etwas positiver interpretieren als ich das getan habe. Trotzdem: die Mischung aus Zahlen und von mir so empfundenen kaum überzeugenden Leistungen ist auch bei wenig Einsatzzeit wenig optimal.

  4. gerne doch 😉

    Für die letzten 6 Einsätze von Kutschke gebe ich dir unumschränkt recht, dass war nichts. Aber m.E. war/ist er total verunsichert, weil er sich in der aussichtslosen Lage: vierter Stürmer, späte Wechsel, befand. Davor habe ich ihn sehr stark gesehen, einer, der viel Präsenz ausstrahlte und ordentlich Druck auf die Abwehr ausübte, was man zu diesem Zeitpunkt nicht von vielen im Team behaupten konnte. Statistisch gesehen ist Kutschke sogar weitaus besser als Liebling Kammlott 188 vs 281 Min. pro Scorerpunkt. Insgesamt finde ich einfach die 376 Minuten als Bewertungsgrundlage recht dünn…

    Zur Jugend: Einzige Ausnahme in der U23 ist Daubitz, den man getrost als Talent bezeichnen darf. War ja im Sommer sogar kurz für die Erste Mannschaft im Gespräch und ist in der II. der Topscorer. Kleiner, quirliger Offensivallrounder.

    Zur A-Jugend: Da sie nicht aus dem Nichts kommt, könnte sie natürlich schon früher Früchte tragen. Einzig der Anspruch des RBL schiebt da dezent einen Riegel vor. Ein wenig Profiluft haben Buszkowiak (vom FCM, IV), van den Bosch (DD, OA) und Siebeck (Lok, LV) geschnuppert. Siebeck war im letzten Testspiel des vergangenen Jahres gegen die DFB U19 mal eine Halbzeit für die Erste im Einsatz und gilt unter Beobachtern als großes Talent für Außenbahn. Girth (FCM, ST, dies- und letztjährige Quote 1 Tor pro Spiel) und Sorge (FCS, Kapitän und IV) sind m.E. recht interessant. Wie rotebrauseblogger schon sagte, dürfte für einige im letzten Jahrgang die U23 (bes. , wenn sie aufsteigen sollte) eine Heimstatt werden. Auch die B-Jugend hat einige interessante Spieler zu bieten, aber da heißt es natürlich erstmal abwarten.

  5. Danke Euch beiden!
    🙂
    Schon klar, die Nachwuchsteams müssen erstmal Boden gutmachen, aber es ist schön zu hören, dass wenigstens die auf Aufstiegskurs liegen.
    @Rumpelstilzchen: Aus der Ferne las es sich öfter mal so, als wären Bellot und van den Bosch Riesentalente…? Daubitz war mir nur vom Namen bekannt, Siebeck gar nicht. Aber da sieht man auch mal wieder, dass die LVZ-Artikel nichts taugen. Und der MDR wird sich wohl frühestens in der 3.Liga ernsthaft mit RBL beschäftigen.

  6. Bellot hat die A-Jugend jetzt hinter sich und mit Neuhaus und Gäng zwei Torhüter vor sich, an denen er momentan nicht vorbei kommt. Trotzdem wird Perry nicht müde, ihn zu loben. Heute wird er bei der II. Mannschaft im Tor stehen.
    vdB hatte in DD letzte Spielzeit eine Supersaison in der A-Jugend des RBL spielt er jedoch weiter Außen, aktuell gar AV. Sicher ein Spieler mit Potenzial, der nächste Saison im Herrenbereich antritt. Momentan ist er aber noch in der Schule, weshalb er nicht so nah an Orals Team ist, wie Buszkowiak.
    Daubitz spielt mal hui, mal pfui, wenn er seine Leistung abrufen kann, dann gehört er ohne Zweifel zu den besten Spielern im Kader der II. Noch dazu jung, d.h. er kann der U23 noch ein Weilchen erhalten bleiben, ob es zu höherem reicht, muss man sehen.

    Letzlich gibt es eine ganze Stange interessanter Jugendspieler, auch einige, die ich hier noch nicht erwähnt habe (die Natter, Dietze, die Jaworskis). Insgesamt sind einige im letzten Jugendjahr und man darf gespannt sein, wer zumindest den Sprung in den Kader der II. macht, bzw. auch den Verein verlässt, um bei höherklassigen Vereinen (höher als die II) anzuheuern. Den Sprung in den Profikader inklusive Einsätze werden nur die wenigsten schaffen.

    Zusätzlich empfehle ich dir die Jugendspecials der Fanseite:
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