Linke Füße

Vielleicht machen wir noch etwas, zum Beispiel für die linke Seite, erhöhen den Konkurrenzdruck. (Tomas Oral, RB-Trainer in der LVZ vom 28.12.2010)

Auf dieser Position werden wir nichts mehr machen. Wir sind froh, dass Paul Schinke endlich gesund ist und eine komplette Vorbereitung durchziehen kann. Er ist gewissermaßen ein Neuzugang. (Dieter Gudel, RB-Geschäftsführer in der LVZ vom 06.01.2011 über mögliche Verstärkungen für das linke Mittelfeld)

Nun ja, das sind nicht unbedingt deckungsgleiche Aussagen, die man aber trotzdem zusammenführen könnte. Eine Verpflichtung für das linke Mittelfeld, wie sie RB-Geschäftsführer Dieter Gudel ablehnt, wäre insgesamt auch nicht begründbar. Nach der Verpflichtung von Thiago Rockenbach hat man bei RasenBallsport Leipzig zusätzlich zum stets unterschätzten Alexander Laas und zu „Neuzugang“ Paul Schinke mit Tom Geißler eine weitere Option, die dort spielen könnte. Eine Position auf der es insgesamt schon enger aussieht, ist die Position des Linksverteidigers, was wiederum für Orals Wunsch nach Veränderungen auf der linken Seite spricht. Lars Müller ist sicherlich ein guter, wird aber im Sommer seine Karriere beenden, wodurch kurz- bis mittelfristig dringender Bedarf besteht, zumindest wenn man keine interne Lösung (Nachwuchs) sieht. Falls also innerhalb des Transferfensters ein sehr guter, linker Verteidiger mit Potenzial nach oben vom Himmel fällt, dann dürfte man bei RasenBallsport Leipzig durchaus zugreifen. Zumal dann mit Lars Müller jemand frei würde, der auch einen sehr guten linken Mittelfeldspieler abgibt. Grundsätzlich gilt aber, dass der Kader auf links derzeit absolut zufriedenstellend besetzt ist: hinten links Müller (und zur Not Geißler oder Franke) und davor je nach Taktik der defensivere Laas oder der offensivere Schinke oder die neu gewonnene Option Geißler (dem man es wünschen würde, mal endlich auf irgendeiner Position anzukommen). Da kann man sich sicher nicht beklagen.

Noch ein interessantes Detail verriet Dieter Gudel in der LVZ vom 06.01.2010 :

Wir haben uns auch die Frage gestellt, warum es nicht so läuft, wie wir uns alle das wünschen, haben viele Gespräche geführt. Mit dem Trainer, der Mannschaft, dem Mannschaftsrat. Auch zwischen Tomas Oral und der Mannschaft gab es Gespräche. Wir hatten nicht den Eindruck, etwas verändern zu müssen.

Wodurch zumindest klar wird, dass man in der RasenBallsport-Problemanalyse zur Erkenntnis kam, dass das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer ein Thema ist. Offenbar klemmt es da doch ein wenig, wodurch sich ein Eindruck bestätigt, den man bei Interviews mit Spielern zwischen den Zeilen immer wieder gewinnt. Bzw. sind die Spieler öffentlich noch nie mit größerem Lob über den Trainer aufgefallen, eher mit den Floskeln vom professionellen Hinnehmen von Trainerentscheidungen. Manchmal fällt eben auch das Nichtgesagte besonders auf. Trotzdem schön in dem Zusammenhang, dass Dieter Gudel darauf hinweist, dass die beabsichtigte Verpflichtung eines Sportdirektors, unter anderem dazu da ist, „dem Trainer den Rücken zu stärken“. Richtig so, man hat sich entschieden und ab jetzt gibt es RasenBallsport Leipzig und die Rückrunde nur noch mit dem Namen Tomas Oral. Alles andere kann man wieder bereden, falls man den Aufstieg auch rechnerisch abhaken kann.

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