Kommunikative Bauprobleme

Bauleitplanung, planungsrechtliche Voraussetzungen, Bebauungsplan, Aufstellungsbeschluss, Flächennutzungsplan, Umweltverträglichkeitsprüfung. Das sind die Begrifflichkeiten, die die derzeitig fußballlose und dafür traininszentrumsbaugefüllte Zeit mit sich bringt. Ganz klar vorneweg, für mich sind die Spitzfindigkeiten des Verwaltungs- und Baurechts weitestgehend ein Buch mit 7 Siegeln, weswegen ich bisher auch die Finger vom Thema Bau „eines größeren Trainingsgeländes mit Sport- und Übungsplätzen sowie verschiedenen zweckentsprechenden Gebäuden“, wie es in der Begründung des Bebauungsplans [broken Link] so schön heißt, ließ. Ein paar grundsätzliche Bemerkungen seien mir trotzdem erlaubt, bei einem Thema, wo eh jeder eine Meinung und Ahnung von der Materie zu haben scheint.

Wenn man es ganz nüchtern betrachtet, passiert folgendes: Ein Leipziger Verein mit außerstädtischem Investor im Rücken geht auf die Stadt Leipzig zu und gibt dieser zu verstehen, dass er gern 30 Millionen Euros in Sportanlagen plus x stecken möchte. Bei Bauinvestitionen dieser Größenordnung kann es für die städtische Verwaltung bei klammen Kassen und betonter Investorenfreundlichkeit zuerst einmal gar keinen anderen Weg geben, als solche einer Idee positiv gegenüber zu stehen und gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie man solch ein Vorhaben im Rahmen der örtlichen Gegebenheiten unterstützen kann.

So weit also und so weit so gut. Stadt und Verein einigen sich daraufhin hinter verschlossenen Türen auf einen Standort in Sichtweite zur Heimspielstätte des Vereins, was natürlich nur im Interesse des Vereins sein kann, da er so auch so etwas wie eine gemeinsame sportliche Heimat aus Trainings- und Spielort mitten in der Stadt kreieren kann. Für die Vereinsinfrastruktur und auch fürs potenzielle Marketing (‚RB Leipzig – im Herzen der Stadt‘ – bei Interesse am Slogan bin ich verhandlungsoffen..) großartig. Die Fläche um die es geht, wird derzeit von einem Sportverein, dem BSV Schönau (von dem noch niemand weiß, wo dieser hinziehen wird; ich persönlich könnte mir vorstellen, dass sie auf den RB-Flächen mittrainieren dürfen) und als Kleinmessefläche (die weiter bestehen soll) genutzt.

Es handelt sich dabei – um auch dies mal einzuordnen – um einen Teil der Fläche, die bisher offiziell noch als „B-Plan-Aufstellungsbeschluss Nr. 2012.1 Olympiapark“ bekannt war und genau um jenen Ort, an dem die Leipziger Olympiaplaner ein neues Olympiastadion für 80.000 Menschen unterbringen wollten. Bis gestern zumindest, denn gestern stimmte der Leipziger Stadtrat einmütig einem entsprechenden Aufstellungsbeschluss zu, dank dem Stadt und RB Leipzig nun tatsächlich in die Planung des Trainingszentrums und die Umsetzung entsprechender baurechtlicher Verfahren einsteigen können. Der Beschluss des Stadtrates ist also lediglich eine grundsätzliche Willensbekundung, an der Stelle, an der man bisher ein Olympiastadion errichten wollte, nun ein komplett fremdfinanziertes, modernes Fußballtrainingszentrum zu errichten. Damit ist weder eine Baugenehmigung ausgesprochen, noch sind dadurch Ein- und Widersprüche von Anliegern oder Interessensgruppen aus dem Weg geräumt, es ist lediglich Raum geschaffen worden, tatsächlich über konkrete Aspekte eines Bauvorhabens zu sprechen, das bis dahin auf einer rechtlich gar nicht dafür vorgesehenen Fläche stattfinden sollte.

Aus meiner Sicht spricht für die Stadt, also ihre Verwaltung und den Stadtrat, sowohl grundsätzlich nichts gegen ein neues Trainingszentrum, noch gegen ein Trainingszentrum am Cottaweg (auf einer Fläche, die offenbar verpachtet werden soll, also im Besitz der Stadt bleibt), wo auch bisher Trainingsbetrieb und in Nachbarschaft Motorsport stattfand. Alles weitere sind Detailfragen, die im konkreten Planungs- und Antragsprozess geklärt werden müssen. Verkehrskonzepte (sowohl für den fließenden als auch den ruhenden Verkehr), Fragen des Umweltschutzes (Wird hier in ein Lndschaftsschutzgebiet eingegriffen? Geht das? Was muss der Verein dafür an anderer Stelle wiederaufforsten?), Fragen des Miteinanders mit den Nachbarn (Kleinmesse, Motodrom, Anwohner) müssen im Rahmen des Verfahrens auf der Basis von Fakten und fachlichen Expertisen geklärt und in entsprechenden Antworten umgesetzt werden. Also das, was die Stadt alltäglich in verschiedenen Bau- und Planungsprozessen bei verschiedenen Bauprojekten (wie aktuell Porsche oder die Propsteikirche am Wilhelm-Leuschner-Platz) macht. Das, was auch letztlich die Aufgabe der Stadt ist, die Willensbildung der repräsentativen Demokraten aus dem Stadtrat in entsprechend fachlichen und juristischen Kriterien gerecht werdenden Prozessen umzusetzen. So funktioniert wohl Kommunalpolitik und weil mir die ganzen rechtlichen und faktischen Hintergründe entsprechender Bauprozesse fast vollständig unbekannt sind (was vermutlich 95% der Leipziger Bürger ähnlich geht), machen das Leute, die sich damit auskennen (sollten).

Und wenn Interessensgruppen wie bspw. die Grünen der Meinung sind, dass ein solches Verfahren ohne Umweltverträglichkeitsprüfung nicht durchgeführt werden darf, die Stadtverwaltung (so wie es anklingt) aber eventuell darauf besteht, zumindest den ersten Bauabschnitt ohne entsprechende Prüfung durchzuführen, weil sie der Meinung ist, die entsprechenden Flächen würden in ihrem Wesen nicht verändert, es läge also kein Eingriff in die Natur vor, dann liegen hier im schlimmsten Fall unterschiedliche Rechtsansichten vor, die man unter Umständen kommunikativ löst (also einen Kompromiss findet) oder eben vom entsprechenden Gericht überprüfen lässt. Und zu letzterem muss man den Grünen unbedingt raten, wenn sie tatsächlich der Meinung sind, ihre Rechtsauffassung sei die richtige, da sich letztlich – bei unterschiedlichen Ansichten – auch nur so Rechts- und somit Verfahrenssicherheit schaffen lässt.

Meiner Meinung nach ist der Umgang mit dem von RB Leipzig geplanten und aus Vereinssicht auch absolut benötigten Trainings- und zukünftig Nachwuchsleistungszentrums formal ein absolut normaler Vorgang, an dem auch in seinen grundsätzlichen Entscheidungen der Stadt (ja zum Cottaweg) nicht viel auszusetzen ist. Spannend wird es tatsächlich erst ab jetzt, also ab dem Zeitpunkt, wo der Verein seine Pläne öffentlich machen will und muss und die Fragen, die im Grundsätzlichen noch ganz gut zu beantworten sind, ihren Teufel im Detail finden. Könnte eine lustige Winterpause werden..

Apropos Öffentlichkeit: Mag der Weg von RasenBallsport Leipzig, sein Anliegen hinter verschlossenen Türen zu verhandeln, formal absolut legitim und vom kommunalen Recht gedeckt sein. Und mag dieser Weg sogar Ausdruck von sachbezogener Professionalität sein, die ein Projekt nicht schon im (unfertigen) Frühstadion zerredet wissen will, sondern erst dann öffentlich wird, wenn man sich im Detail Gedanken gemacht hat. Trotzdem, dass RasenBallsport Leipzig und Red Bull in Bezug auf ihre Öffentlichkeitsarbeit die Frage „Publikation oder Kommunikation?“ offenbar zugunsten ersterem entschieden haben, ist bestenfalls schrecklich unmodern, was gerade im Zuge der Debatten um das Trainingszentrum mehr als deutlich geworden ist. Dass man erst informiert, wenn schon alles fertig und in trockenen Tüchern ist, geht offenbar von der Idee einer staunenden Öffentlichkeit aus (boah, das hammse aber wieder schön gemacht), die es gerade in der in Bezug auf RasenBallsport Leipzig geteilten Stadt nicht gibt.

Seit Wochen diskutieren sich Menschen verschiedenster Positionen an verschiedensten Orten die Köpfe heiß über Gerüchte und Daten, die vorzugsweise von Menschen in Umlauf gebracht werden, die generell nicht im Verdacht stehen, Freunde des ranghöchsten Leipziger Fußballvereins und auf der Suche nach einer sachorientierten Lösung zu zu sein. Eine der ‚herausragenden‘ Persönlichkeiten in diesem Sinne war Bernd Heinitz, Vorsitzender des NABU (Naturschutzbund) Sachsen, der in einer Pressemitteilung [broken Link] von seinem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch machte und von „überfinanzierten Fußballspielern einer Konzern-Hausmannschaft“ sprach. Wie man mit dieser vor sich her getragenen Meinung in eine (mit)gestaltende Position kommen will, ist mir ein Rätsel, genauso wie die Tatsache, dass ausgerechnet der Teil des Auwalds, in dem RB Leipzig bauen will, zum „Rückzugsgebiet für die Leipziger Bürger und die Leipziger Natur“ ausgerufen wird. Wie gesagt, es handelt sich um die selbe Stelle, an der bisher ein Fußballverein, ein Platz für Kleinmesse und Zirkus und ein Motodrom beheimatet sind und um eine Fläche, die aufgrund der Tramtrasse und Hauptstraße Jahnallee sowieso von den gern zum Spazieren, Liegen und Spielen genutzten Flächen weiter südlich abgeschnitten ist.

Eine weitere ‚herausragende‘ Persönlichkeit, die das Schweigen von RB Leipzig nutzte für allerlei journalistisch aufgepeppte Meinung war Gernot Borries, dem im Mai der Satz „Sport ist mehr als der Vertrieb einer roten Brause, er kann sogar guten Zwecken dienen.“ zugeschrieben wurde, mit dem er und die SPD Leipzig für die Veranstaltung „Laufend gegen Krebs“ warb. Derselbe Gernot Borries also, der derzeit für die L-IZ in diversen Artikeln als Chefkritiker aller mit der Planung des RB-Trainingszentrums im Zusammenhang stehenden Geschichten auftreten darf und seine Texte gerne mal mit Überschriften wie „Do it like Abramowitsch oder von Indianern im wilden Westen“ [broken Link] oder süffisant mehrdeutig im Rahmen eines Kulturtipps mit „Keine Macht den Dosen!“ [broken Link] überschreibt. Wenigstens sollte man Herrn Borries zugute halten, dass er die Positionen der Leipziger Stadtratsfraktionen zum Thema zusammengetragen [broken Link] und somit die insgesamt desaströse Informationslage zumindest in diesem Punkt verbessert hat.

Nichts gegen die Herren Borries und Heinitz, sie gehören zur Meinungsbildung in Leipzig genauso dazu, wie dies generell für Menschen gilt, deren Problem mit RasenBallsport Leipzig grundsätzlicher Natur ist. Dass man bei RasenBallsport Leipzig mit diesem Wissen nicht umgegangen ist und nicht von Anfang an kommunikativ mit offenen Karten spielen wollte, halte ich für einen großen Fehler, weil man so das Feld denen überlassen hat, die nach den Erbsen unter der Matratze suchen. Der Verein hat es verpasst, der Diskussion eigene Sichtweisen beizumengen und so zur Alleinstellung der kritischen, öffentlichen Meinung essenziell beigetragen. Dazz LVZ, L-IZ und Umweltverbände im Gleichklang klagen und Befürchtungen an die Wand malen können, mag nicht verwundern, wenn die einzige Reaktion des Vereins auf Medienanfragen die Nichtreaktion ist.

Es mag in der Stadt relevante Bevölkerungsschichten geben, die man mit dem Versuch der öffentlichen Kommunikation eines Bauvorhabens sowieso nicht erreichen würde, weil sie der Sache an sich negativ gegenüberstehen. Aber vor allem gegenüber der großen Masse an indifferenten Bürgern hat man sich mit der Schweige-Strategie keinen Gefallen getan, weil gerade diese auf Wochen einzig und allein von Bedenkenträgern gelöchert wurden und denen das Schweigen der Verantwortlichen von RB Leipzig wie ein Schuldeingeständnis vorgekommen sein mag.

Generell glaube ich, dass eine Öffentlichkeitsstrategie, die auf Publikation und Kontrolle von Information abzielt, völlig antiquiert ist. Das gilt umso mehr für einen insgesamt in Leipzig nicht einhellig geliebten Verein. Und das gilt noch umso mehrer für eine Mediensituation, in der dank Online-Zeitungen, Foren und Co Meinungsbildung sowieso ein permanent stattfindender Prozess ist, dem es gut täte, relativ regelmäßig durch Sachinformationen, die die eigenen Position stützen, gefüttert zu werden.

Links: LVZ-Artikel zum Stadtratsbeschluss (inklusive Kartenmaterial und Verweisen auf ältere Artikel), L-IZ-Artikel zu den Positionen der Stadtratsfraktionen [broken Link] (inklusive einer Link-Liste zu anderen Artikeln zum Thema), interessante Diskussion mit vielen Detail-Facetten zum Thema im Deutschen Architekturforum

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9 Gedanken zu „Kommunikative Bauprobleme“

  1. Endlich ist der Hebel identifiziert, mit dem das RB-Projekt wieder aus Leipzig geworfen werden könnte. Sicher können Klagen gegen die derzeitigen Planungen das Zentrum nicht verhindern, aber vielleicht doch entscheidend verzögern. Wobei ich es durchaus für möglich halte, dass Recht und Demokratie von RB und der Stadt Leipzig schnell mal gebeugt werden. Wahrscheinlich haben Beiersdorfer und Jung auch jetzt schon bei Mappus & Co. den Grundkurs gebucht „Wie boxe ich ein Projekt gegen den Willen der Bevölkerung und die Bedenken von Verbänden durch?“. Erst einmal die Bagger rollen lassen, Bäume fällen und dann feststellen, dass gegen geltendes Recht verstoßen wurde – funktionierende Praxis bei den ersten Stuttgart21-Bauarbeiten. Die Abholzung weiterer Teile des Leipziger Auwaldes wird wohl kaum sympathischer ablaufen.

  2. Stimmt, so eine 30 Millionen Euro Investition braucht auch kein Mensch und erst recht nicht die Stadt Leipzig. Da wird dann hoffentlich geklagt bis der Arzt kommt und Red Bull sagt „Machen wirs nicht hier machen wirs woanders!“.

    Man hat ja immer noch zweieinhalb Traditionsfußballmannschaften die in 20 Jahren nach der Wende gezeigt haben wie erfolgreich, wirtschaftlich und sportlich, man in der Lage ist zu arbeiten.

    Wohlgemerkt es geht hier um ein Stück Wald in dem eine Kleinmesse, ein Fußballverein und ein Motodrom beheimatet sind. Also geradezu ein Sinnbild für Artenvielfalt und ein hochgelobtes Rückzugsgebiet für den Leipziger. Zumindest den Leipzigern die auf Jahrmarkt, Fußball und Motorsport stehen.

    Aber keine Panik, der böse Investor und die korrupten Politiker werden das Boot schon auf Kurs halten und dem Kapitalismus Tür und Tor öffnen sodass die Unterdrückung des nach Freiheit strebenden Leipzigers einsetzen kann.

    Zumindest wenn es um 90 Minuten Fußball geht!

    Viva la revolucion!

  3. @Alex: Ich weiß, dass Du ein bekennender und ganz grundsätzlicher Kritiker der Fußballaktivitäten von Red Bull bist. Unglaubwürdig wird das ganze, wenn die Meinung die Wahrnehmung bestimmt. Dass mit dem Trainingszentrum etwas gegen den Willen der Bevölkerung durchgeboxt wir, ist eine unbelegte/ nicht belegbare Behauptung deinerseits (oder hab ich entsprechende Studien verpasst?) und dass Stadt und Verein Recht und Demokratie brechen werden, ist bestenfalls Deine Meinung, derzeit ist es schlicht wahrheitswidrig(!). Der Stadtrat als repräsentatives (demokratisches) Organ der Stadt Leipzig hat einen Beschluss pro Trainingszentrum gefasst und damit den Weg frei gemacht für das übliche Bauantragsverfahren mit all den möglichen Einsprüchen Betroffener. Dass sich verschiedene Seiten mehr Kommunikation wünschen ist in dem Zusammenhang gut und schön, aber vom formalen Verfahrensweg her nich vorgeschrieben. Die mangelnde Kommunikation mag unklug sein, ist aber eben nicht ungesetztlich.

    Ergo: Du kannst ja ganz grundsätzlich und aus verschiedensten Gründen was gegen RasenBallsport Leipzig haben, wenn Du aber (derzeit wahrheitswidrige) Vermutungen über ganz konkrete Teilprojekte des Vereins äußerst, tut das Deiner Position nicht gerade gut.

  4. Mir geht es doch nicht um persönliche Positionen, mir geht es um ein übergeordnetes Ziel. Und ich bin einfach beflügelt – ha, was für ein Wortspiel – vom misslungenen RB-Einstieg beim FC Sachsen. Der sicher nicht nur, aber doch auch an der Widerstandsbereitschaft der Fans gescheitert ist.

    Und ich empfinde es als eine Schande für meine Heimatstadt, dass RB doch noch in Leipzig Fuß gefasst hat. Ich bin auf viele Leipziger Eigenheiten und Errungenschaften stolz. Aber wenn ich irgendwo in Deutschland auf „dieses Projekt“ angesprochen werde, muss ich erklären, wie die bunte Leipziger Fußballwelt durch ein Marketingprojekt schlagartig an Attraktivität verloren hat.

    Und ganz ehrlich, mir ist völlig egal, ob es in Leipzig Profifußball gibt. Gerne könnte der Abriss des Schwimmstadions durch einen Umbau des Zentralstadions zu einem großen Freibad wiedergutgemacht werden. Und es stimmt, wenn RB einmal sagt: „Machen wirs nicht hier machen wirs woanders!” werde ich eine eigens eingeflogene Flasche Ur-Krostitzer drauf trinken.

    Und sicher sind es nur Vermutungen, wie diese Investition realisiert wird. In den vergangenen Monaten und Jahren haben aber weder Leipzig noch RB eine sonderlich gute Figur bei der demokratischen Durchsetzung ihrer Großprojekte abgegeben.

  5. Kannst du dir eigentlich auch vorstellen dass es Leute gibt denen Profifußball in Leipzig nicht egal ist? Oder passt das gar nicht in deine „demokratisch, politische“ Denke?

    Weil, ist ja schön immer von Demokratie zu reden, das Ganze zu leben bedeutet aber auch mal unliebsame Entscheidungen und Tatsachen mittragen zu müssen. Und was die Mehrheit in diesem Jahr wünscht wurde wohl mehr als deutlich im noch nicht umgebauten Schwimmbad gezeigt.

  6. Jetzt fängt auch noch die LVZ mit diesem Profifußball-in-Leipzig-Verhinderungs-Geschmiere an:

    RB hat viel Porzellan zerschlagen

    Von Andreas Tappert

    Die Vereinsmanager der Kicker von Rasenballsport (RB) Leipzig haben sich viele Sympathien verscherzt. Nicht wegen ihrer Leistungen oder dem geplanten Bau eines Trainingszentrums in unmittelbarer Zentrumsnähe. Sondern wegen ihrer Geheimniskrämerei und eines Auftretens, das Leipzigs Bürger in die Ecke stellt.
    Die verfehlte Informationsstrategie wird dem Verein bald noch mehr auf die Füße fallen, wenn die Rasenballer sie nicht abstellen. In den Stadtteilen rings um das geplante Trainingszentrum verfolgen die Anwohner mittlerweile argwöhnisch, was RB anstellt. Und auch im Stadtrat sind sich alle Fraktionen einig, dass das Auftreten der Vereinsoberen inakzeptabel ist.
    Die Rasenballer haben viel Porzellan zerschlagen. Der Bonus, den sie noch vor wenigen Wochen in Leipzig hatten, ist weitgehend weg. Auch wenn in Leipzig jeder Interesse an hochwertigem Fußball hat: Bei den nächsten RB-Projekten wird jetzt ganz genau hingeschaut.
    (LVZ vom 16.12.2010)

  7. Wir planen auch schon Baumbesetzungsaktionen im Auenwald!!!

    Es kann nicht sein,dass ein Kapitalist zur persönlichen Bereicherung eine Urzeitliche Landschaft zerstört…

  8. @Robin Wood: ich nehme Deine Äußerung mal als (freiwillige oder unfreiwillige) Satire..

    @Alex: Dein LVZ-Posting zeigt tatsächlich etwas relevantes, nämlich das, was Dich und die LVZ komplett unterscheidet. Du hast eine grundsätzlich ablehnende Position gegenüber Red Bull und RasenBallsport und kriegst bei konkreten Sachverhalten den Schritt zurück nicht mehr hin, der es Dir erlauben würde, auf Faktenbasis sachlich zu erläutern, was Du an der konkreten Sache (Trainingszentrum) konkret schlecht findest. Wahllos greifst Du Dir dann Sachen wie Rechtsbeugung, Volkswillen oder ähnliches heraus, die zwar nicht belegt werden können, aber erst mal behauptet werden (nah dran am Rufmord übrigens). Und dann, ha, auch die LVZ ist auf meiner Seite. Aber nein Alex, das ist sie eben nicht, weil die LVZ sich nicht durch eine grunsätzliche Anti-Haltung den Blick auf den Gegenstand verstellen lässt, sondern sehr wohl in der Lage ist, einen unbefriedigenden Zustand zu beschreiben, weil sie als Teil der interessierten Öffentlichkeit wohlwollend-kritische Beschreibung betreibt und eben nicht das Zusammensuchen von Interpretationen nach eigenem Meinungs-Gutdünken. Und wenn in der Öffentlichkeit nur Bedenkenträger sprechen wollen, dann spiegelt sich das eben auch in der LVZ wieder, was völlig ok ist und nur umsomehr zeigt, wie wichtig ein offener Kommunikationsstil für RasenBallsport Leipzig wäre. Um nicht falsch verstanden zu werden, ich halte Deine grundsätzliche Ablehnung des Prinzips Red Bull für relevant (weil sie die grundsätzliche Frage stellt, wie der Fußball organisiert sein sollte), auch wenn ich sie inhaltlich nicht teile. Deine Polemik gegen das Trainingszentrum halte ich aufgrund ihrer Unsachlichkeit und faktischen Falschheit hingegen für irrelevant. Aus meiner Sicht solltest Du Dich (auch wenn ich Deine Schadenfreude, wenn Sachen bei RB schief zu gehen scheinen, nachvollziehen kann) ein bisschen entscheiden, ob Du Fundamentalopposition betreiben willst oder ob Du eher eine Opposition bist, die sich selbst auch in der Lage sieht, in konkreten Zusammenhängen konkrete sachliche Kritik zu äußern. In Deinem Boot des grundsätzlichen Dagegenseins ruderst Du sicher nicht allein und die LVZ mag sich gelegentlich in Deinen Gewässern aufhalten, aber trotzdem seid ihr in unterschiedlichen Booten und Richtungen unterwegs. Und dabei ist die LVZ – zumindest in Bezug auf das Trainingszentrum – aus meiner Sicht sehr viel näher an Wahrheit und Gegenstand dran als Du.

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