Grüne Problemlösung

Die Leipziger Grünen haben ein Problem entdeckt, das

Parkplatz- und Verkehrschaos bei Großveranstaltungen im Waldstraßenviertel (Pressemitteilung der Leipziger Grünen [broken Link] vom 03.12.2010, alle weiteren Zitate von dort)

So weit so gut, es geht also um die Situation, dass aufgrund der Innenstadtlage von Red Bull Arena und Arena Leipzig die angrenzenden Wohnquartiere häufig von Veranstaltungsbesuchern zugeparkt werden, erhebliche Verkehrsbeeinträchtigungen zu verzeichnen sind und auch der Personennahverkehr im weiteren Umkreis unter dem Ansturm leidet. Schlecht fürs Nervenkostüm aller Beteiligten. Harrt also einer Lösung. Na, auf denn:

Die bündnisgrünen Stadtbezirksbeiräte machen hierzu einen Vorschlag:

Oha, Autotunnel, Parkhäuser, ausgeklügelte Park-and-Ride-Systeme, Zeppeline, Fahrräder, Laufen? Was wird der Vorschlag wohl sein?

Die Stadt muss ein flächendeckendes, maßgeschneidertes Parkraum und Verkehrskonzept erarbeiten, basierend auf fundierten Grundlagen für das Quartier. Anregungen und Vorschläge interessierter Bürger des Waldstraßenviertels zur Parkraum- und Verkehrsproblematik bei Großveranstaltungen sind zu berücksichtigen.

Aha, also zusammengefasst lautet der Vorschlag, dass die Stadt doch etwas sinnvolles erarbeiten möge und dabei die Bürger anhört. Na gut, vielleicht kommt ja noch was?

Über unterschiedliche Ansätze zur Lösung des Problems muss offen diskutiert werden. Bei der Prüfung von Vorschlägen sind allerdings städtebauliche Fragen und das kommunale Klimaschutzprogramm zu berücksichtigen.

Zusammengefasst: der programmatische Vorschlag der Bündnisgrünen lautet, dass die Stadt ein umfassendes Konzept erarbeitet, über das man dann ganz offen diskutiert. Wow, nicht schlecht.

Als Problem thematisiert wurde das ganze bereits 10 Tage vor dem Vorschlag der Bündnisgrünen in der LVZ. Tenor der Verantwortlichen von RB-Pressesprecher Felder über Stadionchef Lonzen bis hin zu Polizeipräsident Wawrzynski: Man braucht mittel- bis langfristig Lösungen für das Verkehrsproblem. Finanzielle Beteiligungen seitens des Vereins denkbar. Antwort-Tenor der Stadt: derzeit wird nicht daran gearbeitet und eigentlich dachten wir, wir bräuchten für die Red Bull Arena nichts anderes als das Verkehrskonzept, das wir schon zur WM 2006 hatten. Angesichts dessen sind eventuell sogar die ‚Vorschläge‘ der Grünen nicht so unzeitgemäß, wie man auf den ersten, leicht polemischen Blick denken könnte..

Ein paar interessante Einblicke in die Möglichkeiten der Verkehrskonzepte rund um die Red Bull Arena gibt es im Deutschen Architektur-Forum.

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5 Gedanken zu „Grüne Problemlösung“

  1. Schienenverkehr funktioniert mit und ohne Wendeschleife ohne großen Aufwand. Park & Ride z.B. Wiederitzsch
    Wenn allerdings der Individualverkehr erstmal um das Stadion angekommen ist, ist es zu spät. Man kommt schwer ran, schlecht auf einen Parkplatz und fast nicht wieder weg.

    Der Hauptfanverkehr kommt perspektivisch aus dem Westen A38/A14 und Süden B2/A9/A38, daran muss sich ein Konzept orientieren.
    Die Parkplätze am Stadion dürften nur für Busanreisen genutzt werden.

    Für das Waldstraßenviertel kann man auch über ein Anwohnerparken- mit Parkausweis nach denken. Das wird in einigen Städten so gehandhabt. So verbietet es sich von selbst dort rein zu fahren. Nun bleibt nur die Frage wo richte ich akzeptable Park- Ride Möglichkeiten ein.

  2. So wie ich das verstanden/ gelesen habe, ist das Problem am Schienenverkehr, dass für einen reibungslosen Abtransport der Zuschauer ein paar Bahnen in Reihe am Stadion warten müssten, wo sie damit wiederum den restlichen Straßenbahnverkehr blockieren. Wenn dem so ist, bräuchte man realisitischerweise eine neue Wendeschleife. Die müsste man aber wiederum bauen.. Dass man den Individualverkehr irgendwie vom Stadion weghalten muss, sehe ich auch so.

  3. @rotebrauseblogger (#2): Es gibt eine Wendeschleife direkt am Sportforum und eine am StrBhf Angerbrücke. Die eigentliche Blockade dürften die Ampeln bis zum Bahnhof darstellen. Wrsl. müsste man die Jahnallee sperren und den guten alten Verkehrspolizisten auf die Kreuzungen stellen. Dazu könnte man Busse fahren lassen. Das Hauptproblem sehe ich da eher bei der LVB: will man eigentlich das gemeine Fussballpack in seine hochwertigen Bahnen lassen? Beispielsweise waren bei den bisherigen Spielen der lokalen Mannschaften immer MDV Signets auf den Tickets, ne Sonderbahn habe ich (trotz ZS > 10000) letztmalig beim Länderspiel gesehen…

  4. Mal ganz ehrlich und da ich bei Google Maps tatsächlich eine Wendeschleife am Sportforum entdeckt habe. Ich habe von dieser noch nie Notiz genommen. Und ich bin an dieser Seite doch häufiger unterwegs. Die Angerbrücke ist hingegen klar und mir ein bisschen unklar, warum man nach Spielschluss dort nicht diverse Extra-Bahnen losschicken könnte (wenn man sie irgendwann braucht), sodass sie auch nicht ewig auf der Jahnallee im Weg stehen. Sieht insgesamt so aus als gäbe es die nötige Infrastruktur und man bräuchte nur noch ’ne geeignete Methode, die Autofahrer vom Befahren der Stadt abzuhalten..

  5. @rotebrauseblogger (#4): Zur Eröffnung (?) des ZS (FCS-BVB II) und Lok vs. Großdeuben fuhr sogar mal ne Sonderbahn Rathaus Wahren zur Sportforum-Wendeschleife. Das Hauptnadelöhr beim Abtransport besteht imho auch nicht beim Einstieg der Fahrgäste, vielmehr macht der Ausstieg Probleme: Hier bietet sich imho nur die Haltestelle Hauptbahnhof/Westseite an (Haltestelle der Linie 9), dann könnten die Bahnen entweder gleich in der Kurt Schumacher Str. wenden, oder am Finanzamt via Zoo zurücktuckern. Evtl wären auch richtige Shuttle Gelenkbusse geeignet, aber woher nehmen… Wie gesagt sehe ich aber eher das Problem darin das die LVB das gar nicht will, die bekommen Ihren MDV Anteil der Tickets ja sowieso.

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