Schnäppchenjäger

Ach lieber José Mourinho: Ich hatte in diesem Blog schon verschiedentlich meine Wertschätzung für Ihre fußballspielertrainierenden Fähigkeiten ausgedrückt. Nun haben Sie sich also Mesut Özil geangelt, nicht einfach so, sondern mit jenem Ihnen eigenen Schauspiel, das Sie ein Stück weit über den Rest der Trainergilde erhebt. Erst lassen Sie das Werder-Management schlecht aussehen, indem Sie im Fernsehen Ihr offizielles Interesse an Özil bekanntgeben, ein Interesse, das Werder-Manager Allofs schon kannte, bis dahin aber seinem Spieler nicht mitteilen wollte. Und weil es so schön war, das mit dem Werder-Manager ärgern, haben Sie nach dem Transfer erklärt, dass Sie „Özil für einen Preis weit unter seinem Marktwert bekommen“ haben. Nunja, kolportierte 18 Millionen sind nun nicht gerade das, was man eine Schnäppchenjagd bezeichnen würde. Recht haben Sie natürlich trotzdem. Andererseits hatte auch Bremen Recht das Geld zu nehmen und Adios zu sagen. Özil dürfte eine grottige Saison bevorstehen. Zwei Sommerpausen in Folge war er nun für U21 und Nationalelf unterwegs und hatte jeweils keine ordentliche Vorbereitung. Das dürfte dem sowieso oft überspielt wirkenden Özil gerade bei Ihnen bei Real Madrid ziemlich im Weg stehen. Von daher hätte er Bremen im nächsten Jahr wohl nicht weitergeholfen, sondern eher den Mannschaftsfrieden gestört. Wenn Özil aber den Bremern in seinem letzten Vertragsjahr nicht helfen kann, dann ist es nur konsequent ihn einfach gehen zu lassen. Auch für 18 Millionen, sehr viel besser als eine eventuelle Özilsche Katastrophensaison und dann gar kein Geld. Und sowieso könnte es sein, dass Sie lieber José Mourinho mit Özil auf das falsche Pferd setzen. Ob der junge Mann sein schlampiges Genie in Effektivität und Großartigkeit umsetzen kann, ist zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere noch sehr fraglich. Meine Prognose ist eher, dass wohl nie wieder jemand 18 Millionen Euro für Mesut Özil ausgeben wird. Und mal ehrlich Herr Mourinho, Samir Khedira und Mesut Özil, das klingt noch gar nicht königlich, eher nach Stuttgart und Bremen. Ich bin gespannt, was Sie aus den beiden und dem ganzen Rest in den nächsten Jahren zaubern und freue mich darauf, Ihnen dabei sicher gelegentlich zuschauen zu dürfen.

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