Leipzig und der Profifußball

Praktisch als Nachtrag zum gestrigen Eintrag die Gedanken von Christoph Metzelder zu RasenBallsport Leipzig.

„Ich glaube, dass das, was hier dahinter steckt und die Art und Weise, wie das umgesetzt wird, hochprofessionell ist. Es sind auch genügend finanzielle Mittel da. Die Frage wird sein, wie nehmen die Leipziger diesen Verein, wie nehmen die Leipziger möglicherweise dann Profifußball bald an.“ (Christoph Metzelder im Red Bull Audioplayer [broken Link] vom 25.07.2010)

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17 Gedanken zu „Leipzig und der Profifußball“

  1. Ist das Mensa-Essen tatsächlich schon so gut geworden, dass da Fußballprofis essen gehen?

    Nicht schlecht muß ich sagen, wenn ich da so an meine eigenen Erfahrungen zurückdenke.

  2. Ja, was für ein krasser Skandal. Profi-Fußballer essen in der Mensa! Haben unter den Studenten Freunde! Essen gern in der Öffentlichkeit! Mal im Ernst. Vermutlich gehen etwa 20% der Essen in der Mensa an Leute, die dazu eigentlich nicht berechtigt sind. Der Normalfall ist, dass ein Besitzer einer Karte Freunde, Familie oder Gäste, die mitessen wollen einfach auf seine Karte einlädt. Ich habe noch keine Kassiererin erlebt, die pro Essen eine Karte sehen wollte. Wenn die Mensa also wissen will, wo ihr subventioniertes Essen hingeht, werden sie sich da was überlegen müssen. Oder sie öffnen die Mensa einfach für Nicht-Kartenbesitzer und verlangen von denen den unsubventionierten Preis. Dass der Lok-PR-Fachmann Marko Hofmann aus dem eigentlich bekannten Zustand einen gruseligen Artikel in ‚Blockwart meets Sozialneid‘-Manier macht, spricht weder für ihn, noch für die L-IZ. Obwohl, eigentlich passt der Provinzskandal ganz gut zur L-IZ. Was kommt eigentlich als nächstes? Kammlott und Neuhaus nutzen Trampelpfad statt offiziellem Weg? Sommerloch, verschon mich bitte..

  3. @rotebrauseblogger (#3): Die Argumentation ist doch wirklich lächerlich. Hier wurde ein Betrug begangen und da ist es erstmal Wurscht ob das „schon immer so war“. Das Studentenwerk hat schon im letzten Mensaheft eine härtere Gangart gegen Schnitzelklauer angekündigt (In der Hauptmensa verschwinden pro Tag ca. 50 Fleischstücke die unter den Nudeln versteckt werden), das nebenbei auch diverse Kartenbetrüger aussortiert werden ist nur zu begrüssen. Das nun die RB Spieler angeprangert werden ist, genauso wie bei ner Steuerhinterziehung (da landet auch Zumwinkel in der Presse anstatt Malermeister Pinsel), deren eigene Schuld.

  4. @interpreter: Ich habe gar nichts dagegen, wenn das Studentenwerk gegen Schnitzelklauer und Kartenbetrüger vorgeht. Wobei ich das mit den Kartenbetrügern eben etwas differenzierter sehe, weil es Menschen wie mir bspw. gar nicht möglich wäre auf normalem Wege zu einem Essen zu gelangen, wenn ich zufällig gerade mit befreundeten Kartenbesitzern unterwegs bin. Aber sei es drum: 1. ist die ganze Angelegenheit, genau wie das Klauen von Schnitzeln, für mich kein Skandal und wenn dann einer auf höchst provinziellem (Sommerloch-/L-IZ-)Niveau (was wie gesagt nicht ausschließt, dass das Studentenwerk mit dem Problem umgehen muss). 2. ist für mich der zentralere Punkt, dass es die L-IZ fertig bringt aus einer Provinzposse einen Text zu bauen, der vor ressentimentgeladenen Sozialneid nur so tropft, sodass zum Schluss geldgeile Profis rauskommen, die mit ihren Einkommen Feinkostwaren einkaufen müssten, anstatt Gott und die Welt um 90 Cent pro Essen zu betrügen. Dass auch ein Profi Mitte 20 gerne am Leben teil hat, u.U. studentische Freundschaften pflegt und in der Mensa essen will, kommt dabei als Idee gar nicht vor. Wozu auch, Fußballprofis dienen doch sowieso nur als Projektionsfläche für allen möglichen moralisch gerechtfertigten oder nicht gerechtfertigten Mist, weil sie als öffentliche Personen (Achtung böse, böse) Geld mit ihrem Job verdienen. Meinetwegen soll die L-IZ tausend Artikel schreiben über die finanziellen Probleme der Mensa und wer welches Schnitzel unter welchen Nudeln versteckt hat. Super, das ist investigativer Lokaljournalismus. Der Artikel des Herrn Hofmann schert sich um die Probleme der Mensa jedoch letztlich einen Dreck. Ihm geht es vor allem um die Anklage von Fußballprofis eines bestimmten Vereins und ihm geht es darum, etwas zu skandalisieren, weil Leute daran beteiligt sind, die Geld verdienen. Und genau das finde ich ziemlich eklig.

  5. Spieler, die sehr viel Geld verdienen, nicht nur im Verhältnis zu Studenten.

    Ich warte auf den Tag, an dem der stärkste Gegner des RB-Aufstiegs seinen Auftritt hat: Die 19. Mannschaft mit Missgunst im Sturm, Nichtaufgestellt im Mittelfeld und Gehaltsgefälle im Tor. Den Mensa-Charaktertest haben einige RBlLer schon mal nicht bestanden.

    Aber vielleicht macht das Retortenbaby ja bessere Erfahrungen mit Legionären als die Traditionalisten-Veteranen.

  6. Die Leute die jetzt „empööööörend“ aufschreien wenn ein Fußballprofi in einer Mensa verbilligt essen geht sind auch die, die „empööööööörend“ aufschreien wenn ein Fußballprofi mit Porsche vor dem Edelrestaurant aufschlägt.

  7. Och, ich kann mich auch in Abwesenheit von Fußball-Legionären gepflegt aufregen: Vor Jahren in der Würzburger Residenz – zuerst wurde mir mitgeteilt, dass mein Studentenausweis mich nicht zum ermäßigten Eintritt berechtigt. Also bezahlte ich voll. Nach mir bezahlte dann ein bayerischer Beamter den ermäßigten Eintritt – nicht, ohne etwas zu lautstark darauf hinzuweisen, dass ER als Staatsangestellter ja ermäßigungsberechtigt sei.

  8. Ihr wisst doch, dass ihr Subventionsbetrug gut heißt. da könnten die red-bull-profis gleich ihr gehalt an verwandte überweisen lassen, um hartz vier zu beantragen. aber selbst das würdet ihr gutheißen. für euch sind die leute, die gegen betrug sind, nur voller missgunst. also sind die gesetzesväter voller missgunst. und komisch finde ich es, dass hier die „fans“ um keine ausrede verlegen sind. in fanblogs von bayern, dortmund etc. wären die spieler für solche spieler kritisiert worden. aber ihr würdet sicherlich auch das kokain in red-bull-cola loben.

  9. ‚Ihr‘ bin in diesem Fall nur ich.
    Und ich bin nicht gegen Leute, die was gegen Betrug haben, sondern sehe im ‚Mensa-Skandal‘ nur eine klassiche Neid-Debatte. Mit dem Finger auf Fußball-Profis zu zeigen, während Menschen aller Schichten gerne und zu Teilen unberechtigt in der Mensa (Achtung sozialer Treffpunkt!) speisen oder in der Cafeteria Kaffee trinken, ist höchst projektiv.
    Und wenn Arjen Robben neben Franck Ribery in der Münchener Mensa sitzen würde, dann würde man in München eher einen Bayern-Tisch aufstellen, um den sich Massen an Leuten scharen würden, als dass man sie aus den Räumlichkeiten verjagt.
    Und für Kokain in der Cola sind immer noch die entsprechenden Behörden zuständig, die entscheiden müssen, welche Lebensmittel in den Verkauf kommen und welche nicht.
    Und damit bin ich für meinen Teil (hoffentlich) durch mit dem Thema, also still.

  10. Wenn man will, kann man alles zu einer Art Neid-Debatte hochstillisieren.

    Dann gibt es Steuern auch nur aus Neid.

    Und es ist schon ein Unterschied, ob ein Student seinen (Azubi-)Kumpel zu einem Essen einlädt oder hochbezahlte Fußballer sich illegal subventioniertes Essen beschaffen.

    Deiner Meinung nach dürften die RB-Kicker bestimmt auch Steuern hinterziehen. Und die Steuerfahnder sind von Neid getrieben.

  11. Nein, Steuern gibt es nicht aus Neid.
    Nein, es macht grundsätzlich keinen Unterschied, wer in der Mensa unberechtigt Mittag isst.
    Und nein, Fußballprofis dürften bei mir keine Steuern hinterziehen. Gleichzeitig dürften bei mir Steuerfahnder aber auch nicht nur Fußballprofis ins Visier nehmen.

  12. Snip
    Und wenn Arjen Robben neben Franck Ribery in der Münchener Mensa sitzen würde, dann würde man in München eher einen Bayern-Tisch aufstellen, um den sich Massen an Leuten scharen würden, als dass man sie aus den Räumlichkeiten verjagt.
    Snap

    Hat zumindest in Leipzig ganz hervorragend funktioniert, für die RB Jungs gibts jetzt Gutscheine 😀

    Zitat aus der LVZ vom 30.07.10
    Ab sofort bleibt die Uni-Küche kalt, geht es nicht etwa in den Wienerwald, sondern ins Vapiano. Passend zur anhängigen Tagesaktualität verteilte Felder Gutscheine für die Pasta-Pizza-Bar am Augustusplatz. „Wir haben mit dem Vapiano eine Kooperation vereinbart“, so Felder, „unsere Spieler können dort vergünstigt essen.“

    Sehr coole Reaktion, Respekt!

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