Jungbullen noch ohne Hörner

Bis jetzt lief ja sportlich alles prima bei RasenBallsport Leipzig. Sowohl die erste als auch die bisherige zweite Mannschaft holten sich jeweils überlegen Aufstieg und Meisterkrone in Oberliga und Bezirksliga. Doch nun wartet der erste große Rückschlag auf den Verein.

Die A-Junioren, eigentlich dazu auserkoren, so bald als möglich (also im nächsten Jahr) in der A-Junioren-Bundesliga aufzulaufen, stehen dicht vor dem Abstieg aus der Regionalliga in die drittklassige Landesliga. Was bedeutet, dass man nächste Saison gegen Grimma, Neugersdorf und Eilenburg statt Dynamo Dresden, 1.FC Magdeburg und Lok Leipzig antreten müsste. Und fast noch schlimmer. Lok wäre zumindest bei den A-Junioren das ranghöchste Team der Stadt. Was das für die Nachwuchsarbeit des Vereins bedeutet, mag noch gar nicht abzusehen sein, auf jeden Fall dürfte es sehr viel schwieriger werden, hoffnungsvolle Talente aus Halle, Chemnitz, Dresden, Jena etc. zu RB Leipzig zu locken. Eine drittklassige Nachwuchsmannschaft ist für einen 18-19jährigen Fußballer mit Profi-Ambitionen sicherlich keine große Motivationshilfe.

Selbst der erstmalige Einsatz von ‚Fußballgott‘ Ronny Kujat als Cheftrainer der A-Junioren konnte nichts am wahrscheinlichen Absturz der Junioren ändern, verlor das Team doch im Abstiegsendspiel bei Borea Dresden am vergangenen Wochenende mit 0:2. Um doch noch auf einen sicheren Nichtabstiegsplatz zu gelangen, müssten die Leipziger Jungbullen ausgerechnet den Tabellenzweiten Magdeburg schlagen, während entweder Lok beim abgeschlagenen Tabellenletzten Merseburg oder Wismut Aue gegen den nicht ganz so abgeschlagenen, aber auch schon abgestiegenen Tabellenvorletzten Tasmania Gropiusstadt verlieren (!) müssten. Unwahrscheinlich.

Die zweite Chance auf den Klassenverbleib lauert beim 1.FC Magdeburg oder bei Dynamo Dresden, die beide um den 2.Platz konkurrieren, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrelegation zur A-Junioren-Bundesliga berechtigt. Für den Fall, dass Magdeburg oder Dresden in der Relegation (vermutlich gegen Eintracht Braunschweig) den Aufstieg schaffen, würde eine Mannschaft weniger aus der Regionalliga absteigen. Was in dem Fall RasenBallsport Leipzig wäre. Was auch bedeutet, dass die Saison für die A-Junioren von RB Leipzig am Sonntag vorbei sein wird, aber die Entscheidung über den Abstieg höchstwahrscheinlich erst später fällt. Fazit: Da hilft wohl nur Daumen drücken. Beide.

Wer das ganze selber verstehen will: die aktuelle Tabelle [broken Link], die Auf- bzw. Abstiegsregelung als pdf [broken Link/ 20.04.2011].

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10 Gedanken zu „Jungbullen noch ohne Hörner“

  1. @Alex: gute Idee. Dabei fällt mir ein, dass die blau-gelbe Fraktion noch gar keine Mannschaft zum Projekt Bundesliga beigesteuert hat.. [Strategenmodus an] Aber vielleicht geht es ja auch einfacher als kaufen, vielleicht kann ja jemand den großen Vorsitzenden aus Probstheida davon überzeugen, dass eine A-Junioren-Regionalliga-Mannschaft viel zu viel Geld kostet, was viel besser in die Frauenmannschaft gesteckt werden könnte, die ja bekanntermaßen im neuen Jahr den Bundesliga-Aufstieg schaffen soll. Dann zieht Lok seine Junioren einfach aus der Regionalliga zurück und RasenBallsport bleibt drin. Ja, das könnte gehen. [Strategenmodus aus]

  2. Stimmt. RB sollte seiner Strategie einfach treu bleiben. Also: Geldscheine einpacken, nach Probstheida fahren und schon ist das Problem gelöst.

  3. @Alex: was – mal abgesehen von Deiner tendenziellen Humorlosigkeit bei dem Thema – ja zur spannenden, wenn auch rein hyphotetischen Frage führen würde, ab welchem Punkt eine Vereinsführung wie die von Lok bereit wäre, eine Entscheidung zu treffen, die sportlich und wirtschaftlich vernünftig wäre, aber beim Anhang wegens Unterstützung des kommerziellen Feindes nicht gut ankommen würde.
    Im Übrigen habe ich nirgendwo davon geschrieben, dass ein finanziell angeregter Spielrechtserwerb anzustreben sei. Meine Strategenidee bezog sich – vermutlich inspiriert von den vielen Rückzügen in der Männer-Regionalliga – eher darauf, dass ja irgendein Team der A-Junioren-Regionalliga eventuell nächstes Jahr nicht mehr in der Liga antreten will. Wenn nun jemand dem Herrn Kubald verklickern würde, dass dies ganz im Lokschen Vereinsinteresse sein würde, dann um so besser.
    Und noch eins: Mit Geld ist das Lösen von Problemen sicherlich einfacher, nur kommt man auch mit Geld nicht an solider, sportlicher Arbeit auf allen Ebenen des Vereins vorbei.
    Und sowieso: Zum Geld geben gehört auch immer Geld nehmen und wenn es nicht in irgendeiner Form für sie Sinn gemacht hätte, hätten Markranstädt, Delitzsch und FC Sachsen wohl auf das Geld verzichtet. Haben sie aber nicht.

  4. Und sowieso: Zum Geld geben gehört auch immer Geld nehmen und wenn es nicht in irgendeiner Form für sie Sinn gemacht hätte, hätten Markranstädt, Delitzsch und FC Sachsen wohl auf das Geld verzichtet. Haben sie aber nicht.

    Boah, Zynismus der schlechtesten Sorte, fernab jeglichen, selbst pervertierten, Humors. Ich verdamme sie alle, die, die sie das Brot nicht ausspucken, das ihnen auf dem Silbertablett serviert wird.

  5. Oh, die armen, bedauernswerten Opfer. Wurden sie doch mit vorgehaltener Waffe von den bösen, bösen Kapitalisten gezwungen die Kohle zu nehmen und ihre Seelen zu verkaufen ROFL

    Selbstverständlich spielen die drei beklagenswerten Vereine ohne jeglichen Gedanken ans Geld verdienen Fußball und dann kommt der böse Verführer Red Bull um die Ecke mit dem Pakt des Grauens in der Hand und verdirbt deren unschuldige Seelen 😀 😀 😀

    Sachen gelöscht (rotebrauseblogger)

  6. @chemieblogger: Ich weiß nicht, ob man es Zynismus nennen muss, wenn ich darauf hinweise, dass Entscheidungen bei Fußballvereinen oftmals und glücklicherweise einen pragmatischen Hintergrund haben. Moderne Gesellschaften leben davon, dass Geld gegen Waren getauscht wird. Das mag man einer insgesamt kritischen Würdigung unterziehen, aber man sollte nicht Personen und Vereinen vorwerfen, dass sie auf dieser Basis miteinander in Kontakt treten und in der jeweiligen Situation (beide Seiten!) vereinsbezogen, vernünftige Entscheidungen treffen.

    PS: So, ich lösche jetzt mal ein paar Kommentare. Ich möchte nämlich nicht, dass das hier mit gegenseitigen Vorwürfen und Dissereien weitergeht. Also an alle Beteiligten: Ball flach halten.

  7. Off Topic: Bevor du wild rumlöschst (auch oder gerade wenn es mich gar nicht zu betreffen scheint), würde ich das an deiner Stelle trotzdem transparent machen und begründen. Mir ist nämlich jetzt erstmal nichts Beleidigendes aufgefallen.

    Zum Thema: Fußballvereine, zumal solche, die nach eigener Überzeugung unter ihren Möglichkeiten spielen, sind per definitionem klamm und in einem permanenten Zustand der Beinahe-Insolvenz. Sie unterliegen einer gewissen Systemlogik.

    Ich hätte es zum Beispiel befürwortet, hätte der FC Sachsen seine zweite Vertretung an RB verkauft (und die BSG als neue Zweite aufgenommen), aber selbst bei diesem Szenario hätte ich es einfach nicht toll gefunden, dass sich Clubs mit Geld nach oben kaufen. Der Markt ist kein optimaler Problemlöser.

  8. @chemieblogger: Naja, ich schrieb ja schon mal, dass Geld zwar Sachen einfacher macht, aber letztlich nicht die nachhaltige, sportliche Arbeit ersetzt. Von daher ist das mit dem nach oben kaufen auch relativ.
    Zum Thema Transparenz der Löschungen: Ich glaube, ich möchte hier so etwas wie Diskussionskultur, die sich auch emotional für etwas einsetzt, aber nicht in persönlichem ergibt. Ich möchte das gern frühzeitig stoppen, dass man hier anfängt, sich an Personen aufzuhängen. Im konkreten Fall hatte ich das Gefühl, dass hier ein typischer Forumsthread (und das hier ist kein Forum, das ist ein/ mein Blog) entsteht, der vom eigentlichen Thema wegführt. Löschungen sind da immer subjektiv, aber gelöscht wurde auch nichts inhaltliches, sondern nur persönliches Geplänkel.

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