Blau-grün-gelb-weiß

Man kann ja zum und im Leipziger Fußball stehen wie man will, aber los ist immer irgendwo was. Während sich bei Lok eine Trainerposse abspielt, die ein wenig an Löw und den DFB erinnert und mit der die Clubführung womöglich ihr Ende einleitet, versucht sich grün-weiß in Wiedervereinigungsgedanken.

Zu Lok seien gar nicht so viele Worte verloren. Sowas (dass ein Trainer unerwartet kurz vor der Vertragsunterschrift doch noch absagt) sieht total peinlich aus, passiert aber eben. Um mit Kubald zu sprechen „sacken lassen“, weitermachen. Und dann: Doch mit Trommer? Oder welche blau-gelbe, kubaldkompatible Seele möchte denn jetzt mal?

Viel spannender ist, was derzeit bei Chemie passiert. Die BallSG Chemie macht dem FC Sachsen auf Führungsebene das Angebot mit dem gesamten Verein komplett überzuwechseln, wenn der FC Sachsen sich in eben die BallSG umbenennt. Auch wenn die Mitglieder der beiden Vereine Anfang Mai noch zustimmen müssen, gäbe es nichts was logischer wäre als dieser Schritt. Chemie in den Niederungen des Fußballs vor einigen hundert Zuschauern, der FC Sachsen im Mittelfeld der Oberliga, sportlich gut arbeitend aber auch nur vor einigen hundert Zuschauern. Zusammen sind wir stark könnte das neue Motto lauten nachdem vor etwa zwei Jahren noch klar war, dass nichts mehr zusammen geht. Ich finde das tatsächlich gut. Das Potenzial (oder Kapital) was blau-gelb und grün-weiß haben, ist ihre Fanbasis und das daraus resultierende Engagement. Wenn sich die Fanbasis spaltet (wie vor zwei Jahren bei grün-weiß), dann geht das für beide Spalter auf Dauer nicht gut. Von daher: Daumen hoch, vor allem weil mit einer Fusion dieses dämliche kuriose Gestreite, welcher Verein in Wirklichkeit in der Tradition von Chemie steht, endlich vorbei ist.

Ehrlich gesagt hatte ich bei der Spaltung vor zwei Jahren die Hoffnung, dass alle Traditionschemiker zur BallSG gehen und alle FC Sachsen-Anhänger (ja, solche gab es damals tatsächlich) beim FC Sachsen bleiben (bei der dann quasi dritten Leipziger Kraft). Dass selbst Lonzen damals sein Chemie-Herz entdeckte (was ich ihm bis heute übel nehme) und mit ihm ganze Fangruppen dafür kämpften, dass der FC Sachsen Chemie ist, hatte ich nicht erwartet, hätte man aber erwarten können, da viele alte Chemiker froh waren, endlich die Ultras loszuwerden (weil die immer so viel sängen und zu politisch seien) und beim FC Sachsen wieder unter sich, also unter alten Chemikern zu sein. Tja, nun habt ihr sie wieder (so sie denn zurück wollen?) und ich bin gespannt, wie sich die (in meinem Gefühl) spinnefeinden grün-weißen Fanlager wieder zusammenraufen.

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