Grenzdebile Figuren

Das hier wird glaube ich meine neue Lieblingsrubrik: Beschimpfungen bzw. Brachialrethorik geschliffenerer oder ungeschliffenerer Art. Es geht natürlich nicht allgemein um Beschimpfungen, sondern mit Vorliebe um solche, die Anhängern von RasenBallsport Leipzig entgegengebracht werden. Falls dem geneigten Leser/ der geneigten Leserin weitere (möglichst knackige) Beschimpfungen über den Weg laufen, möge er/ sie mir diese mitteilen und ich überlege mir, ob ich die Beschimpfung in mein persönliches best of aufnehme.

Beginnen wir mit etwas locker-leichtem aus einem Kommentar in diesem Blog: grenzdebile Figuren. Bei Grenzdebilität geht es offenbar – glaubt man dem Duden – um nicht zureichende Intelligenz; das Synonymwörterbuch bringt es pointierter mit ‚hirnlos, verblödet, saudumm‘ auf den beschimpfenden Punkt. Eine Figur bezeichnet gemeinhin vor allem etwas Äußeres, also irgendeine Gestalt. Weniger ist eine Figur also ein menschliches Wesen mit Willen und Zielen als vielmehr irgendein Ding, das wie eine Figur beim Schach quasi willenlos geführt wird. Der RB-Fan als völlig willenloser Doofi, das ist also die Message der Beschimpfung. Ach, ich weiß immer nicht so recht, warum man willenlos und hirnlos sein soll, wenn man sich ganz bewusst und begründbar für den Besuch von Spielen eines bestimmten Fußballvereins entscheidet.

Fazit: grenzdebile Figuren ist die linguistisch höherwertige Variante von blödes Schwein; klingt nicht nur besser, sondern hinterlässt auch ein leichtes Gefühl (wenn auch nur kurz) von beschimpft worden sein beim Rezipienten. Prädikat: obere Mittelklasse.

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